Spiel mit dem Feuer

Nordkorea hat nun angeblich Plutonium für eine A-Bombe

Ausland
03.11.2009 10:09
Nordkorea hat nach eigenen Angaben die Aufbereitung von insgesamt 8.000 abgebrannten Kernbrennstäben abgeschlossen und das darin enthaltene Plutonium herausgezogen. Dies würde Pjöngjang laut Experten genügend Plutonium geben, um mindestens eine zusätzliche Atombombe zu bauen. Bisher habe das Land über ausreichend Material für etwa sechs bis acht Bomben verfügt.

Nordkorea hatte bereits vor einem Monat erklärt, dass es dabei sei, seine Plutoniumbestände zu neuen Atomwaffen umzuwandeln. Aus Protest gegen die Verhängung verschärfter Sanktionen des UN-Sicherheitsrats wegen seines zweiten Atomtests im Mai hatte Nordkorea Mitte Juni den Bau neuer Nuklearwaffen angekündigt.

Die Mitteilung fällt mit wachsenden Bestrebungen der Regierung in Pjöngjang zusammen, die USA zu direkten Gesprächen zu bewegen. Falls Washington dazu nicht bereit sei, wolle Nordkorea seinen "eigenen Weg gehen", erklärte das Außenministerium in Pjöngjang am Montag, ohne diese Warnung näher zu erläutern.

Professor Yang Moo Jin von der südkoreanischen Universität für Nordkorea-Studien vermutete, mit der nunmehrigen Bekanntgabe wolle das international isolierte Land sich für künftige Verhandlungen mit der internationalen Gemeinschaft über sein Atomprogramm besser positionieren.

Pjöngjang: Nun sind USA am Zug
Nordkorea habe bereits seine Position geäußert, dass es auch multilaterale Verhandlungen geben könne, die Wiederaufnahme der Sechs-Länder-Gespräche eingeschlossen, erklärte ein Sprecher. Dies hänge jedoch von bilateralen Gesprächen ab. Daher seien jetzt die USA am Zug, eine Entscheidung zu treffen.

Washington ist zwar zu bilateralen Verhandlungen mit Pjöngjang bereit, aber nur, wenn diese zur Fortsetzung der Sechser-Gespräche über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms führen. Nordkorea hatte die Gespräche mit den USA, China, Südkorea, Russland und Japan im April verlassen. Im September hatte es zwar seine Bereitschaft zum Wiedereinstieg geäußert. Doch machte das Land die Rückkehr vom Verlauf direkter Verhandlungen mit den USA abhängig.

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