Mo, 23. Juli 2018

Wiederbetätigung

10.04.2018 07:00

Anklage gegen 14 Ultras wegen faschistischem Gruß

Verstößt eine dem Hitler-Gruß ähnhelnde Geste gegen das Verbotsgesetz? Das Landesgericht muss klären. Der Staatsanwalt hat 14 kroatisch-stämmige Fußball-Fans angeklagt.  Sie zeigten den NS-Gruß, berufen sich aber auf die faschistische Ustaša-Zeit.  Für den Ankläger ist es dennoch „Propaganda im Sinne der Nazis“.

Historischer Rückblick: Im Jahre 1941 kamen im damaligen Kroatien die Ustaša an die Macht: dank Hitler. Er packtierte mit dem späteren Diktator Ante Pavelić, der aus der faschistischen Bewegung den Vasallen-Staat „Unabhängigen Staat Kroatien (NDH)“ kreierte. Eine Diktatur, die wie das damalige Deutsche Reich, systematisch mordete und ebenso 1945 unterging. Bis heute sind Relikte, wie der Spruch „Za Dom, spremni“ oder an die NS-Zeit angelehnte Symbole und Gesten - wie der „Deutsche Gruß“ -, gegenwärtig.

Faschistische Lieder und Gesten bei Fan-Treffen

Besonders die Hooligan-Szene bedient sich dieser: So offenbar am 20. und 21. Juni 2015 in Hallein. Dort trafen sich laut der nicht rechtskräftigen Anklage von Staatsanwalt Marcus Neher ein Teil der „Exil Boys“, die zu der Ultras-Gruppe „Bad Blue Boys“ gehören: 14 kroatisch-stämmige Fans des GNK Dinamo Zagreb - vier Österreicher, drei aus Salzburg sowie vier Deutsche und drei Schweizer, alle zwischen 22 und 37 Jahren. 

Gruppen-Foto mit Ustaš-Gruß im Herzen Salzburgs

Sie sollen Ustaša-Lieder gesungen und eben den Gruß getätigt haben -  auch in Salzburg: Ein Gruppenfoto - aufgenommen gegenüber dem Hotel Sacher - zeigt die Männer mit der erhobenen rechten Hand. „Das ist für uns rechtlich einer Wiederbetätigung gleich zu setzen“, so StA-Sprecherin Barbara Fischer.  Ein Zeuge hörte damals auch „Hitler“-Rufe und alarmierte die Polizei. Die fand bei Hausdurchsuchungen Ustaša- und NS-Devotionalien.  Ein Prozess-Termin ist offen.

Antonio Lovric
Antonio Lovric

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