GM hat Bedenken
Rettung von Opel verzögert sich bis November
Das kündigte GM-Vize John Smith am Freitag in seinem Internet-Blog an. Weil weder GM noch die Opel-Treuhand kurzfristig die von der EU-Kommission geforderte Erklärung abgeben wollen, kann der staatliche Milliardenkredit nicht fließen.
Der Termin für die Unterzeichnung des Kaufvertrags war bereits mehrfach verschoben worden. Für den Fall, dass der Verkauf scheitern würde, hat der Konzern seit Monaten einen "Plan B" in der Schublade, um Opel zu behalten und selbst zu sanieren. Das nährt Spekulationen darüber, dass der Verkauf doch noch platzen könnte. Im GM-Verwaltungsrat seien wichtige Mitglieder gegen den Deal, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" auf seiner Website. "Solche Spekulationen sind überzogen", sagte dagegen Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz. auch die deutsche Regierung sieht keine Anzeichen für einen Kurswechsel bei General Motors.
EU fordert rechtliche Klarstellung
Die EU-Kommission fordert von GM und der Opel-Treuhand eine rechtliche Klarstellung, dass die Entscheidung für Magna und seine russischen Partner ohne politischen Druck erfolgte. Sonst will die Kommission das Rettungspaket über insgesamt 4,5 Milliarden Euro für Opel nicht genehmigen.
Der Betriebsrat droht damit, dass die Arbeitnehmer keinen Beitrag zur Sanierung leisten werden. "Die Beschäftigten und die Gewerkschaften sind nicht bereit und willens, einen Cent an Arbeitnehmerbeiträgen für GM abzugeben", sagte Franz, der zugleich Vorsitzender des Europäischen GM-Betriebsrats ist. Die Verhandlungen darüber haben auch nach Wochen noch kein Ergebnis gebracht. Die Belegschaft soll zehn Prozent an "New Opel" bekommen und dafür auf jährlich 265 Millionen Euro Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten.
Auch Spanien will jetzt Opel helfen
Der Kreditvertrag wird nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa erst nach Bildung der neuen deutschen Regierung aus Union und FDP unterschrieben. Die Liberalen hatten die Staatshilfe für Opel vor der Wahl heftig kritisiert. An den staatlichen Hilfen für Opel will sich nun auch Spanien - als Land mit Opel-Standort - beteiligen.
Der GM-Verwaltungsrat will auf seiner nächsten Sitzung die neue Lage prüfen, die sich seit dem grundsätzlichen Ja für Magna Anfang September ergeben habe. "In der Zwischenzeit geht die Arbeit weiter, um die verbliebenen offenen Punkte im Magna/Sberbank-Vorschlag zu lösen", schreibt Smith, Chefunterhändler für den Opel-Verkauf.
GM fühlt sich unter Druck gesetzt
Nach Angaben aus Verhandlungskreisen fühlt sich GM durchaus unter Druck gesetzt. In dem monatelangen Bieterverfahren hatte GM lange Zeit den Finanzinvestor RHJI als Käufer bevorzugt. Die Gewerkschaften und die deutsche Regierung bevorzugten dagegen vehement Magna, weil der Zulieferer weniger Stellen in Deutschland streichen wolle und ein besseres Sanierungskonzept habe. Magna will in Europa etwa 10.500 Jobs abbauen, davon etwa 4.500 in Deutschland. Magna und die russische Sberbank wollen je 27,5 Prozent der Anteile an "New Opel" kaufen, GM will 35 Prozent behalten.
Nur die deutsche Bundesregierung hat bisher erklärt, die Gelder seien nicht an einen bestimmten Käufer geknüpft. Bund und Länder wollen die Opel-Übernahme durch das Konsortium von Magna und der russischen Sberbank mit weiteren drei Milliarden Euro unterstützen. Opel hat bereits einen Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro vom deutschen Staat bekommen, der den Autobauer seit Monaten über Wasser hält.











Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.