Di, 17. Juli 2018

Missbrauchs-Vorwurf:

14.03.2018 09:11

Freispruch für Jugendbetreuer

Ein Jugendbetreuer musste sich schon im vergangenen Herbst vor Gericht verantworten. Dem 50-jährigen Mann wurde der sexuelle Missbrauch eines Buben vorgeworfen. Die Verhandlung wurde damals vertagt, ein Gutachten eingeholt. Am Dienstag kam es zur Fortsetzung und zu einem Freispruch für den Angeklagten.

Der ehemalige Leiter einer Tiroler Jugendorganisation saß schon im September am Innsbrucker Landesgericht auf der Anklagebank. Die Vorwürfe gegen den 50-Jährigen wogen schwer. Ein elfjähriger Bub gab an, von ihm sexuell missbraucht worden zu sein. Der Angeklagte wies jede Schuld von sich. Weil sich das Kind in seinen eigenen Aussagen immer wieder widersprach und die Kindheit des Buben durchaus problematisch sei, wurde die Verhandlung vertagt, um ein jugendpsychiatrisches Gutachten einzuholen.

Gutachten eingeholt
Aus diesem Gutachten las der Richter bei der gestrigen Fortsetzung der Verhandlung vor. Darin hieß es unter anderem, dass der Bub sehr wohl zwischen Fantasie und Realität unterscheiden könne, seine intellektuelle Leistungsfähigkeit im normalen Bereich läge, seine Schilderungen aber zum Teil Szenen eines Filmes ähneln würden.

„Angaben detailreich“
Für die Staatsanwaltschaft war die Sache trotzdem eindeutig – die Angaben des Kindes seien detailreich, die Freundschaft des 50-Jährigen zu dem Kind in dieser Intensität nicht normal. Der Mann habe nämlich weit über ein Sommercamp hinaus Kontakt mit dem Buben gepflegt, ihm Geschenke gemacht und Nachhilfe-Unterricht gegeben.

Freispruch
Die Verteidigung lehnte diese Sicht der Dinge strikt ab und erklärte, es habe sich lediglich um Unterstützung beim Lernen gehandelt. Mutter und Großmutter des Buben hätten außerdem die Aussagen des Kindes verstärkt. Am Ende gab es im Zweifel einen Freispruch für den Angeklagten – und eine eindringliche Warnung des Richters hinterher. 

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter

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