Di, 25. September 2018

Rückzieher

14.03.2018 08:45

Qualcomm-Übernahme nach Trumps Verbot vom Tisch

Nach dem Veto von US-Präsident Donald Trump gibt der Chipkonzern Broadcom seine Übernahmepläne für den Rivalen Qualcomm auf und bringt sich in der übernahmehungrigen Halbleiterbranche anders in Stellung. Der in Singapur ansässige Hersteller zog am Mittwoch das 117 Milliarden US-Dollar (rund 94,5 Milliarden Euro) schwere Angebot zurück.

Trump hatte den teuersten Zukauf aller Zeiten in der Chipindustrie verboten, weil er die nationale Sicherheit gefährdet sah. Der US-Präsident folgte damit Empfehlungen des Komitees für ausländische Investitionen in den USA (CFIUS), das Übernahmen von US-Firmen durch ausländische Investoren auf mögliche Risiken für die nationale Sicherheit überprüft. Broadcom wies hingegen den Vorwurf, die Übernahme gefährde Sicherheitsinteressen, „entschieden“ zurück. „Auch wenn wir über dieses Ergebnis enttäuscht sind, werden wir uns an die Anordnung halten“, teilte Broadcom mit. Der Konzern halte weiter an den Plänen fest, den Unternehmenssitz zurück in die USA zu verlegen, wo die Vorgängerfirmen angesiedelt waren. Experten zufolge kann dies künftige Zukäufe in den Vereinigten Staaten erleichtern.

In der Chipbranche grassiert seit einiger Zeit das Fusionsfieber, weil der Wettkampf um Technologieführerschaft viel Geld verschlingt. Qualcomm ist etwa dabei, den niederländischen Wettbewerber NXP zu schlucken. Broadcom in seiner heutigen Form war selbst aus einer milliardenschweren Übernahme hervorgegangen. Der Konzern ist laut Marktforschungsinstitut Gartner der weltweit sechstgrößte Halbleiterhersteller. Hätte Broadcom Qualcomm übernommen, wäre der neue Chipriese auf Platz drei vorgerückt, hinter die Weltmarktführer Samsung und Intel. Er hätte eine führende Rolle bei Halbleitern für Smartphones, Autos und Industrieanwendungen eingenommen. Analysten erwarten, dass Broadcom jetzt Geld für kleinere Übernahmen in die Hand nimmt.

 krone.at
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