Angriff auf Venezuela

Moskau kümmerte sich wenig um die Flugabwehr

Ausland
04.01.2026 22:00

Venezuelas Regierung ist ein Verbündeter der russischen. Das machte sich auch bei der Flugabwehr bemerkbar, die lange zu den stärksten Südamerikas zählte. Zuletzt erfüllte der Kreml seine Zusagen bei Reparaturen, Überholungen und Ersatzteillieferungen aber nur mehr bedingt, wie westliche Militärfachleute analysierten.

Zum Zeitpunkt des Angriffs auf Venezuela sei demnach nur noch ein Bruchteil der vorhandenen Systeme tatsächlich einsatzfähig gewesen. Das Portal Defence-Blog berichtete unter anderem von jahrelangen Wartungsmängeln und fehlenden Ersatzteilen. Ursprünglich soll Venezuelas Flugabwehr zwölf Buk-M2E-Systeme gehabt haben, zuletzt galten fünf davon als einsatzbereit. Die im Land stationierten S-300-V-Batterien waren den Berichten nach seit mehr als einem Jahr außer Gefecht.

Auch auf einen Großteil der 21 Kampfflugzeuge Venezuelas soll das zugetroffen haben, ihnen dürften funktionsfähige Triebwerke und Schlüsselkomponenten gefehlt haben.

Wie der Nachrichtensender ntv berichtete, hatte ein Kreml-Vertreter Anfang November noch neue Waffenlieferungen versprochen. Diese sollen laut russischen Angaben auch in Caracas angekommen sein. Das Buk-M2E-System hat eine Reichweite von bis zu 45 Kilometern und eine Einsatzhöhe von rund 25 Kilometern. Damit können mehrere Ziele gleichzeitig bekämpft werden. Das Flugabwehrraketensystem S-300 wurde noch in der damaligen Sowjetunion konzipiert, neuere Systeme wurden mit unterschiedlichen Raketen und höherer Treffgenauigkeit entwickelt. Diese setzt das russische Militär auch beim Krieg in der Ukraine gegen Bodenziele ein.

Maduro nach seiner Festnahme
Maduro nach seiner Festnahme(Bild: Krone KREATIV/Screenshot/X:WhiteHouse)
Brand in Venezuelas größtem Militärkomplex
Brand in Venezuelas größtem Militärkomplex(Bild: AFP/STR)

Maduros Entführung nicht verhindert
Die Entführung von Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro konnten die Waffen Moskaus am Ende nicht verhindern. Laut einem Bericht zerstörte das US-Militär in Caracas Waffen aus russischer Produktion. Venezuela ist einer der wichtigsten politischen Verbündeten Russlands. Der US-Angriff sei „zutiefst besorgniserregend und verurteilenswert“, hieß es aus dem Kreml.

Das Weiße Haus agiere unter „völlig unbegründeten Vorwänden“. Venezuela müsse auch künftig das Recht haben, über sein eigenes Schicksal selbst zu bestimmen, „ohne militärische Einmischung von außen“.

Russlands Erdöl-Sorgen
Tatsächlich geht es dem Kreml wohl vor allem um seine eigenen Erdöl-Sorgen. Der Verbündete hat die größten Erdölreserven der Welt, exportiert im Vergleich zu Russland oder arabischen Staaten aber kaum. Kommen nun US-Konzerne und schöpfen das Potenzial aus, sinken die Ölpreise. Das könnte andere Staaten dazu bringen, ihre Fördermengen zu erhöhen, und Russlands eigene Einnahmen schmälern.

Russland hat dem Maduro-Regime in der Vergangenheit zudem Kredite und Investitionen in Milliardenhöhe zur Verfügung gestellt. Laut US-Außenminister Marco Rubio hätten die Vereinigten Staaten selbst ausreichend Öl, die Reserven des südamerikanischen Landes sollten aber nicht weiter von Gegnern kontrolliert werden. Angesprochen wurde damit auch Russland. Die venezolanische Regierung wirft den USA wie die russische vor, es auf Erdöl abgesehen zu haben. „Wir werden große Mengen Öl verkaufen. Viel Geld kommt aus dem Boden. Wir werden zurückbezahlt für alles, was wir ausgeben“, sagte US-Präsident Donald Trump neulich wieder.

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