Teurer Vandalismus

In Wiener Parks geht das Steuergeld in Rauch auf

Wien
04.01.2026 19:00

Explodiert, verbrannt, verwüstet: Öffentliche Toiletten werden immer wieder Ziel von Attacken. Der Schaden ist enorm – bezahlt wird er von allen.

Verkohlte Wände, herausgerissene Türen, ein Klo als Trümmerhaufen: Die Bilder aus Wiens Parks gleichen einem Tatort. Öffentliche WC-Anlagen, oft erst vor wenigen Jahren teuer saniert, werden mutwillig zerstört – mit Pyrotechnik, Feuer oder roher Gewalt.

Im Hyblerpark in Simmering wurde eine teure Anlage jetzt bereits zum zweiten Mal gesprengt.
Im Hyblerpark in Simmering wurde eine teure Anlage jetzt bereits zum zweiten Mal gesprengt.(Bild: zur Verfügung gestellt)

Besonders hart traf es zuletzt Simmering. Im Hyblerpark wurde eine WC-Anlage erneut massiv beschädigt. Die Anlage wurde 2019 generalsaniert, 2022 schon einmal gesprengt. „Traurig, dass Silvester fast jedes Jahr mit schweren Sachbeschädigungen des öffentlichen Eigentums endet“, sagt der grüne Bezirksrat Andreas Fritsch. Auch andere Parks seien bereits Ziel solcher Attacken gewesen. Fritsch stellt eine einfache Frage: „Unverständlich bleibt, warum die WCs nicht in dieser Nacht gesperrt werden, um Schäden zu verhindern.“ Eine Frage, die viele Steuerzahler teilen dürften.

Das neue, sündhaft teure Klo um rund 560.000 Euro in Hirschstetten.
Das neue, sündhaft teure Klo um rund 560.000 Euro in Hirschstetten.(Bild: Mario Urbantschitsch)

Auch in Penzing ist Vandalismus ein Dauerthema. Bezirksvorsteherin Michaela Schüchner (SPÖ) spricht von immer wiederkehrenden Zerstörungen: Mobile Toiletten würden angezündet und „komplett zerstört“. Die Folgen seien gravierend: „Wenn so ein öKlo zerstört wird, geht das zulasten unseres Bezirksbudgets. Wir müssen ein neues öKlo bezahlen und dieses Geld fehlt anderswo.“ Dabei seien die Anlagen wichtig, betont Schüchner – vor allem für Kinder und ältere Menschen. „Mobile öKlos ermöglichen es oft erst, draußen zu sein, wenn man weiß, dass es im Park ein Klo gibt.“ Zwei zerstörte Anlagen wurden in den vergangenen Wochen daher nicht mehr ersetzt, erst ab März 2026 sollen sie zurückkehren.

Auch die neue Toilettenanlage um knapp 560.000 Euro am Badeteich in Hirschstetten in der Donaustadt sorgte jetzt für enorme Aufregung. Sie wurde neu gebaut, weil sie vor zwei Jahren zu Silvester ebenfalls in die Luft gesprengt wurde. Fakt ist: Jeder Akt blinder Zerstörung kostet viel Geld – und nimmt Familien ein Stück Lebensqualität im öffentlichen Raum.

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