Bundeslehrertag

VP-Bildungsminister bekam für Rede ein „Plus“

Ein fettes „Plus“ streifte Bildungsminister Heinz Faßmann für sein Referat beim Bundeslehrertag im Linzer Oberbank-Donauforum ein: Faßmann verzichtete auf eine Abrechnung mit seinen roten Vorgängerinnen, machte aber klar, dass nun der Reform-Retourgang eingelegt wird. Die Lehrer applaudierten heftig.

Seine Frau unterrichtet an einem Oberstufengymnasium Mathematik und Geographie. Spätestens als Minister Faßmann sagte, dass er abends für die „psychohygienische Verarbeitung ihres Alltags“ zuständig sei, hatte er die Herzen seiner Zuhörerinnen am Weltfrauentag gewonnen. Im rappelvollen Donauforum – jeder Platz war besetzt, an den Zugängen bildeten sich Trauben – referierte Faßmann eine halbe Stunde über die Herausforderungen der Bildungspolitik. Als da wären: Rekordzuwanderung, die sich auch mit höheren Schülerzahlen auswirken wird, oder Ausbau des Schulsystems in den Ballungsräumen, dafür sanfter Abbau in den Randgebieten. Faßmann: „Kleinschulen zu erhalten, ist eine regionalpolitische Maßnahme.“ Mit dem Zusperren solcher Schulen beschleunige man die Abwanderung.

Ewiger Kompetenz-Dschungel
Der ewige Kompetenzen-Wirrwarr zwischen Bund und Ländern – hier sieht Faßmann in der Bildungsreform die Chance auf Verbesserungen, Richtung One-Stop-Shop. Zuspruch bekam der Minister, als er betonte, dass die Aufgaben der Schule immer größer würden. Und zum Abschluss fand er noch warme Worte: Unser Bildungssystem sei grundsätzlich gut aufgestellt. Die Lehrer dankten es mit donnerndem Applaus!

„Brückenlösung“ für integrative Schulen
Nachmittags trat Faßmann mit LH Thomas Stelzer, Vize Michael Strugl und Bildungslandesrätin Christine Haberlander vor die Presse. Aus oö. Sicht am interessantesten: Von elf integrativen Klassen bleiben neun über, die als „Brückenlösung“ bis 2025 fortgeführt werden sollen. Bei JKU und FH OÖ wird noch länger ums Geld gerangelt.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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