Westbahn-Ausbau

„Baubeginn mit 2020 geht sich nie im Leben aus!“

Obwohl das Verkehrsministerium nun grünes Licht für den viergleisigen Westbahn-Ausbau zwischen Linz und Marchtrenk gab, ist der von den ÖBB geplante Baubeginn 2020 unwahrscheinlich. Denn die Flurschutzgemeinschaft legt Beschwerde ein und könnte so die Realisierung noch für längere Zeit aus der Bahn werfen.

„Für uns war der positive UVP-Bescheid keine Überraschung! Was soll auch dabei herauskommen, wenn die Gutachter des Verkehrsministeriums auch bei der ÖBB beschäftigt sind“, nimmt es Hans Lughammer, Sprecher der Flurschutzgemeinschaft, die bisher knapp 3000 Unterschriften gegen die Trassenverlegung gesammelt hatte, relativ gelassen. Wie geplant wird man nun Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einbringen. „Nachdem es sich dabei um ein unabhängiges Gericht handelt, habe ich ein gutes Gefühl, dass uns recht gegeben wird“, so Lughammer.

„So schnell ist kein Urteil zu erwarten“
Darüber, dass die ÖBB ab 2020 mit dem Bau der Hochleistungsstrecke – Verlauf siehe Grafik – beginnen will, lacht er: „2020 geht sich nie im Leben aus! Je nach Entscheidung gehen entweder die ÖBB oder wir zum Verwaltungs- beziehungsweise Verfassungsgerichtshof. Selbst danach ist so schnell kein Urteil zu erwarten, weil im Falle von Enteignungen der Grundeigentümer ein Bescheid ergehen müsste, den man wieder beeinspruchen könnte.“

Einhausung ist Aufsatzprojekt
In Leonding zeigt sich SPÖ-Bürgermeister Walter Brunner – entgegen anderer Meinungen – relativ unaufgeregt: „Mit dem positiven UVP-Bescheid habe ich gerechnet. Es war immer geplant, dass wir unsere Einhausung danach als Aufsatzprojekt einbringen.“ Sofern man sich in Gesprächen, die in Kürze stattfinden sollen, über die Finanzierung mit Land und Bund einig wird. Wovon Brunner aber ausgeht. Die Kosten für die Einhausung – knapp 90 Millionen Euro – sollen gedrittelt werden.

Mario Ruhmanseder, Kronen Zeitung

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