Fr, 22. Juni 2018

Nach Schulmassaker

24.02.2018 14:25

Facebook wirbt auf Polit-Tagung mit Schießspiel!

Da hat jemand nicht mitgedacht: Facebook wollte mit einem Virtual-Reality-Schießspiel bei der Jahresversammlung des konservativen Lobbyverbands CPAC, wo auch US-Präsident Donald Trump eine Rede hielt, für Unterhaltung sorgen – knapp zwei Wochen nach dem Schulmassaker in Florida. Nachdem ein Video von dem Facebook-Stand mit dem Shooter-Spiel in sozialen Netzwerken einen Shitstorm auslöste, zog das Unternehmen die Reißleine und entfernte das Spiel.

Der Internetkonzern präsentiert regelmäßig Spiele mit seiner Virtual-Reality-Brille Oculus auf Konferenzen. Das Virtual-Reality-Spiel "Bullet Train" (siehe Video oben), in dem es um das Erschießen von Figuren aus der Ich-Perspektive geht, war jetzt Teil von Facebooks Stand auf der Versammlung der konservativen Vereinigung CPAC in Washington, wo auch US-Präsident Trump eine Rede hielt und sich nach seinem ersten Amtsjahr als erfolgreichsten Präsidenten der US-Geschichte bezeichnete. 

Das "Schießspiel" gehöre zu den Standardinhalten der Präsentation, erklärte Facebook-Manager Hugo Barra. Viele Leute hatten jedoch mit Empörung reagiert, als ein Video des Facebook-Stands auf Twitter die Runde machte.

"Wir haben die Vorstellung beseitigt und bedauern, dies nicht gleich zu Beginn getan zu haben", schrieb Barra am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Das Spiel hätte es dort nicht geben dürfen, "insbesondere mit Blick auf die jüngsten Ereignisse und aus Respekt gegenüber den Opfern und ihren Familien".

Damit bezog sich Barra auf das Schulmassaker in Parkland im Bundesstaat Florida der vergangenen Woche. Ein 19-Jähriger hatte mit einem halbautomatischen Gewehr an seiner früheren High School 17 Menschen getötet.

Immer mehr US-Firmen beenden Zusammenarbeit mit Waffenlobby NRA
Nach dem Schulmassaker in Florida wollen verschiedene US-Unternehmen ihre Zusammenarbeit mit der mächtigen Waffenlobby NRA beenden. Eine Reihe von Firmen, darunter die Versicherer Chubb und MetLife, die Sicherheitsfirma Symantec und die Autovermieter Avis Budget Group, Hertz und Enterprise kündigten am Freitag an, nicht länger mit der NRA in Verbindung gebracht werden zu wollen.

Entsprechende Partnerschaftsprogramme sollen demnach gekündigt werden. In der Mehrheit der Fälle handelte es sich um Vorteile für NRA-Mitglieder, etwa um Vergünstigungen bei bestimmten Versicherungen oder beim Mieten eines Autos.

In den sozialen Netzwerken im Internet gab es zuletzt massiven Druck durch die Nutzer. Der Hashtag #BoycottNRA zählte am Freitag zu den am häufig verwendeten Schlagwörtern bei Twitter.

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