Erstmals stiegen im Vorjahr fast 500 Millionen Fahrgäste in ÖBB-Züge und Postbusse ein, das waren um 15 Millionen mehr als im bisherigen Rekordjahr 2019. Hohe Kosten drückten jedoch den Gewinn und die Pünktlichkeit verschlechterte sich merklich. Nun wird massiv investiert.
Um gut zehn Prozent auf 494 Millionen Fahrgäste verbuchte ÖBB-Chef Andreas Matthä im Vorjahr einen Allzeit-Rekord. „Die Reiselust ist rasch zurückgekehrt, auch das Klimabewusstsein nimmt zu, Stichwort Klimaticket. Und das Parkpickerl in Wien hat zusätzliche Pendler gebracht.“
Schuldenlast bei über 32 Mrd. Euro
Einen Rückgang wegen der nachlassenden Konjunktur gab es im Gütertransport. Dazu kletterten die Kosten für Strom um 55 Millionen Euro, jene für das Personal (konzernweit bereits 45.000) um 270 Millionen Euro. Unterm Strich bremste sich dadurch der Gewinn vor Steuern um 42 Prozent auf knapp 112 Millionen Euro ein. Der Bund unterstützte Infrastruktur und Personenverkehr mit in Summe bereits 3,7 Milliarden Euro (+5,1 Prozent). Dennoch stieg die Schuldenlast der Bahn weiter auf bereits mehr als 32 Milliarden Euro.
Gelitten hat auch die Pünktlichkeit, die im Fernverkehr von 86 Prozent auf 80 Prozent rutschte. Die eine Hälfte davon lag auch an den häufigen Bahnstreiks in Deutschland, die andere Hälfte sei allerdings hausgemacht, so Matthä. Es gab zu wenige einsatzfähige Garnituren. Daher werden sechs Milliarden Euro in neues Material investiert. Bis 2027 sind nicht weniger 330 Züge bestellt, vor allem Doppelstock-Garnituren für Fern- und Nahverkehr, Nachtzüge und sogar einige akkubetriebene Loks.
30 neue Züge noch heuer
Heuer kommen laut Plan 30 Stück, um das erwartete Passagierplus zu bewältigen. Um 1,3 Milliarden Euro erneuert wird zudem bis 2027 die Schnellbahn in Wien. So werden etwa die Bahnsteige verlängert, weil die Bahn auch längere neue Garnituren einsetzen will. Durch bessere Steuerungstechnik soll zudem ein 2,5-Minuten-Takt möglich sein.
Weiter geht der Ausbau von Koralm-, Semmering- und Brennerbasistunnel. Die Koralm-Strecke soll als erste davon Ende 2025 fertig sein.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.