UBS-Affäre

Ex-Boeing-Manager versteckte zwei Millionen Dollar

Ausland
06.10.2009 07:27
Ein ehemaliger Manager des Flugzeugbauers Boeing hat sich schuldig bekannt, fast zwei Millionen Dollar auf einem UBS-Konto platziert zu haben, um diese vor den US-Steuerbehörden zu verstecken. Der US-Manager und seine Schweizer Berater gingen dabei nach gleichem Strickmuster vor wie die sechs anderen Steuerbetrüger, die der Steuerbehörde IRS in der UBS-Affäre bisher ins Netz gingen.

Im Schuldbekenntnis, das der Nachrichtenagentur SDA vorliegt, werden die Reisen des Managers in die Schweiz von 1991 bis in die frühen Jahre des 21. Jahrhunderts beschrieben, auf denen er seine geheimen Konten einrichtete.

Scheinfirma gegründet
Der Boeing-Manager ließ sich in Zürich von einem Schweizer Banker und einem Rechtsanwalt beraten, die bereits im August von der US-Justiz angeklagt worden waren. Mit ihrer Hilfe wurde die Scheinfirma Mataropa in Hongkong gegründet, die als Besitzer des Vermögens vorgeschoben wurde.

Der US-Manager gesteht in seinem Bekenntnis auch, dass er in einem Hotel in Seattle ein illegales Treffen mit einem UBS Banker hatte. Der Banker wird in den Akten des Gerichtes in Seattle im US-Bundesstaat Washington mit den Initialen P.B. geführt.

Tausende Steuerhinterzieher erstatteten Selbstanzeige
Seit der Beilegung der Affäre um UBS-Kunden, die Gelder vor dem amerikanischen Fiskus versteckten, haben sich offenbar Tausende von säumigen Steuerzahlern dem IRS gestellt, um niedrigere Bußen zu erreichen. Der Boeing-Manager machte vom IRS-Angebot nicht Gebrauch und muss nun mit einer höheren Strafe rechnen.

Viele der Selbstanzeiger fürchteten, ihre Angaben könnten unter den rund 4.500 Kontodaten sein, deren Übergabe an die USA von der Schweiz geprüft wird. Nun bleiben Kontobesitzern mit schlechtem Gewissen noch neun Tage Zeit, sich zu stellen. Am 15. Oktober läuft die Frist zur Selbstanzeige beim IRS im Austausch für niedrigere Strafen ab.

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