Personal-Engpass

Die Gastronomen im Land suchen 2000 Fachkräfte

Oberösterreich
16.02.2018 11:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

Seit 2010 ist die Zahl der bei der Wirtschaftskammer gemeldeten Gastro-Betriebe annähernd gleich. 6111 waren es Ende 2017. Hauptgrund: In den Städten sperren immer mehr Bistros oder Fast-Food-Läden auf, während im ländlichen Raum immer mehr Wirtshäuser zusperren müssen.

„Wenn jetzt auch noch das generelle Rauchverbot kommt, sperre ich zu“, sind viele Wirte über das ständige Hin und Her entnervt. Wie berichtet, begann gestern, Donnerstag, die Unterschriften-Sammlung für ein Volksbegehren für ein generelles Rauchverbot.  Das verunsichert. Die Gastronomen wollen endlich Klarheit.

Das größte Welser Wirtshaus wird rauchfrei
 Diese hat der Welser Jörg Wanik bereits. Der Boss des Gösser-Bräu verbietet im größten Traditions-Wirtshaus der Stadt ab 1. April in allen Gaststuben das Rauchen. Viele hielten das angesichts der vielen rauchenden Besucher für einen Aprilscherz. „Natürlich ist es ein riskantes Spiel. Wir werden Gäste verlieren, aber auch neue dazu gewinnen. Ich will aber endlich Gewissheit“, so Wanik. Neben der Dauerdebatte um den blauen Dunst bereitet den Gastronomen der Personalmangel nicht weniger Sorgen.  Laut OÖ-Wirtesprecher Thomas Mayr-Stockinger fehlen im gesamten Bundesland 2000 Fachkräfte. Und das obwohl seit zehn Jahren der Personalstand von 14.000 auf 20.000 gewachsen ist.

Wieder mehr Lehrlinge
 
Auch die Zahl der Lehrlinge steigt seit zwei Jahren endlich wieder. Mit 1352 wurde 2015 ein Tiefststand erreicht. Im Vorjahr waren es immerhin schon 1406. Dieser Umkehrtrend ist auch auf mehrere Image-Kampagnen zurück zuführen. Hauptziel ist es, die Vorteile des Berufs zu betonen. So wurden 1,5 Millionen „Bierdeckeln“ mit individuell gestalteten „Branchenvorzügen“ verteilt.

Nur jeden dritten Sonntag im Monat offen
 
Was bleibt, ist der Mangel an ausgebildeten Köchen und Kellnern.  „Wir hoffen, dass kein Mitarbeiter aufhört. Deshalb sperren wir seit zwei Jahren nur noch jeden dritten Sonntag im Monat auf“, sagt Kräuterwirtin Carolin Schimpl aus Hirschbach.

Wenig Bewerbungen
 
„Es bewirbt sich kaum jemand. Wenn, dann ist ganz selten der richtige dabei“, erklärt der Welser Tourismusobmann Helmut Platzer.

Beruf ist attraktiv
 „Der Beruf ist attraktiv, die Arbeitszeiten sind aber verschrien. Wir halten dennoch seit zwei bis drei Jahren unser Stammpersonal. Weil wir sieben Tage offen haben, unser Personal aber nur fünf Tage arbeitet. So bleibt der Beruf attraktiv“, sagt Tamino Grampelhuber vom Steegwirt in Bad Goisern

Mario Zeko, Kronen Zeitung

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