Bizarre Kampagne

Kirchen-Fundis fordern Obamas Geburtsurkunde

Ausland
30.09.2009 17:06
Das Gerücht, US-Präsident Barack Obama wäre nicht in den USA geboren, scheint sich vor allem unter amerikanischen Kirchen-Fundamentalisten hartnäckig zu halten. Fernsehzuseher in mehreren US-Bundesstaaten erwartet in den nächsten Tagen eine TV-Kampagne namens "Wo wurde Präsident Obama geboren?", gestartet von einem dubiosen Glaubensverein, der sich "Birther"-Bewegung nennt.

Dass der US-Präsident bereits eine amtliche Bestätigung vorgelegt hat, wonach er in Hawaii zur Welt kam, spielt für die Kirchen-Fundis der "Geborenen-Bewegung" keine Rolle. In einem vorab gezeigten Ausschnitt der halbstündigen Sendung (siehe Screenshot), die auf TV-Kanälen in südlichen Bundesstaaten wie Texas und Florida gezeigt werden soll, trommelt Moderator Bill Keller unaufhörlich die Forderung nach Obamas Geburtsurkunde, "unbedingt im Original".

Die US-Verfassung besagt, dass nur Präsident werden darf, wer in den Vereinigten Staaten geboren wurde. Immer wieder zitiert wird dieser Passus in Bezug auf Arnold Schwarzenegger, dem man durchaus Chancen auf das Präsidialamt nachsagt - wenn in seinem Pass nur nicht Thal in der Steiermark als Geburtsort stehen würde. US-Medien sehen den Aufruhr daher politisch motiviert. 

"Hast du eine Geburtsurkunde?"
Die Theorie der "Birthers"-Bewegung: Obama sei in Wahrheit in Kenia zur Welt gekommen, nicht in Hawaii. Er wehre sich geradezu verdächtig vehement dagegen, das Thema zu diskutieren bzw. Beweise herauszurücken. In dem Werbespot ruft Moderator Keller - ein wegen Insiderhandels verurteilter Ex-Wall-Street-Broker - ganz nebenbei zu Spenden für die "Birthers" auf. Für 30 Dollar bekomme man den Auto-Aufkleber "Hast du eine Geburtsurkunde?". 

Auch renommierte US-Medien griffen das Geburts-Thema in den vergangenen Tagen auf. Allerdings zur Analyse der republikanischen Hilflosigkeit angesichts eines alles überstrahlenden Obama. Laut einer unabhängigen Umfrage halten es tatsächlich 42% der republikanischen Wähler für möglich, das Obama außerhalb der USA zur Welt kam. Beängstigend sind dabei Kellers Angaben, wonach bereits rund 2.000 Spenden für die "Birthers" eingelangt seien, obwohl die TV-Kampagne erst in ein paar Tagen anläuft.

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