Verfolgungsjagd

“Wir wollen uns bitte stellen”

Kärnten
23.09.2009 10:47
Mit einer Pistole bewaffnet haben Dienstagnachmittag zwei tschetschenische Burschen eine Trafik im Villacher Stadtteil St. Martin überfallen. Danach lieferten sich die Jugendlichen eine filmreife Verfolgungsjagd mit der Polizei. Der 16-Jährige und sein um ein Jahr älterer Komplize verschanzten sich schließlich auf einem Dachboden. Als die Polizei das Haus umstellt hatte, baten sie: „Wir wollen uns bitte stellen!“ Landeshauptmann Gerhard Dörfler hat am Mittwoch angekündigt, die beiden Tschetschenen samt ihrer Familie auf die Saualm zu verweisen.

„Geld her!“ - mit diesen Worten stürmten die beiden schwarzgekleideten Burschen gegen 16 Uhr in die Trafik in St. Martin. Der Angestellten hielten sie eine Pistole vor das Gesicht und schnappten sich die Tageslosung.

Dann flüchteten sie auf die Straße und zogen sich die Masken vom Gesicht - zwei Passanten erkannten die beiden deshalb bei der Gegenüberstellung. Mit einem am Bahnhof gestohlenen Moped rasten die Täter durch die Villacher Innenstadt, verfolgt von der Polizei. Die Pistole warfen sie unterwegs weg.

Polizeichef: "Das war filmreif"
Erich Londer, Polizeichef in Villach: „Die Verfolgungsjagd ging durch die halbe Stadt. Das war filmreif!“ Schließlich stürzen die zwei mit dem Moped auf einem Bahnübergang und setzten ihre Flucht zu Fuß fort.

"Cobra" angefordert
Die beiden Villacher verschanzten sich schließlich am Dachboden eines dreistöckigen Wohnblocks. Die Polizei hatte inzwischen einen Hubschrauber angefordert, der das Gebäude umkreiste, Polizisten umzingelten das Haus und die „Cobra“ war einsatzbereit. Londer: „Man weiß ja nie, ob Täter nicht sogar Geiseln nehmen würden.“

Zum Einsatz der Spezialtruppe kam es allerdings nicht. Die Räuber wählten den Polizeinotruf: „Wir würden gern hinauskommen und uns stellen!“ Londer: Einer der Täter ist uns übrigens bereits bekannt."

Täter samt Familie auf Saualm verwiesen
Landeshauptmann Gerhard Dörfler will in diesem Fall nun hart durchgreifen und die Jugendlichen auf die Saualm verweisen. Man brauche in Kärnten keine importierte Kriminalität. "Asylwerber haben in Kärnten nicht nur ein Gastrecht, sondern auch eine Gastpflicht", so der Landeshauptmann. Sie müssten sich an die Gesetze des österreichischen Rechtes halten und dürften keine Strafhandlungen begehen. "Wer diese Gastpflicht nicht respektiert, muss auch mit den entsprechenden Konsequenzen rechnen", betont Dörfler. Da beide Jugendlichen noch minderjährig sind, wird der gesamte Familienverband in die Betreuungsstätte auf der Saualm verlegt.

Leere Ankündigung
Das ist allerdings eine leere Ankündigung, da seitens der Staatsanwaltschaft Klagenfurt bereits ein Haftantrag erlassen wurde. Am Mittwoch wurden die Verdächtigen noch von der Polizei einvernommen. "Die beiden kommen aber auf alle Fälle zu uns in die Justizanstalt Klagenfurt", sagte Gottfried Kranz, Leiter der Anklagebehörde.

von Serina Babka, ("Kärntner Krone") und kaerntnerkrone.at

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