22.09.2009 08:49 |

Tödlicher Unfall

Rennwagen-Tragödie: Nun ermittelt Staatsanwalt

Nach dem tödlichen Unfall bei einem Autorennen am Sonntag in St. Agatha in Oberösterreich, bei dem ein Wagen in eine deutsche Familie gerast war, schwebt der neunjährige Sohn Patrick D. nach wie vor in Lebensgefahr. Sein Vater Josef (40) wurde ebenfalls schwer verletzt, dessen Zustand ist jedoch stabil. Mutter Bianca (34) und die 13-jährige Tochter Sabrina waren bei dem tragischen Unfall ums Leben gekommen. Der Mann wurde am Vormittag vom Krankenhaus Wels auf eigenen Wunsch ins Linzer UKH überstellt, wo auch sein Sohn liegt. Psychisch gehe es dem 40-Jährigen "extrem schlecht". Gegen den Rennfahrer ermittelt der Staatsanwalt - die Bordkamera und der Unfallwagen wurden sichergestellt.

Der Bub habe schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen erlitten und sei bereits einmal operiert worden, erklärte der Leiter der Intensivmedizin im UKH Linz, Nadjdat Ghazwinian. Derzeit liege er im künstlichen Tiefschlaf und werde beatmet. Die Ärzte konnten das Kind zwar stabilisieren, aber in diesem Zustand könnten jederzeit Komplikationen - etwa eine Gehirnschwellung - auftreten, sieht Primar Ghazwinian die Gefahr noch nicht gebannt. Wenn der Bub die kritische Phase gut übersteht, seien noch weitere Operationen nötig, so der Mediziner.

Auto schlitterte frontal in Menschengruppe
Der Unfall war am Sonntag kurz nach 11.30 Uhr geschehen. Auf der 3,2 Kilometer langen Strecke zwischen Esthofen und St. Agatha durchbrach der steirische Rennfahrer Ernst Z. (50) mit seinem 620-PS-Ford in der letzten Kurve die Absperrung und schlitterte frontal in eine Zuschauergruppe, die in der Sicherheitszone etwa 25 Meter hinter der Absperrung stand. "Ich hab' erst einen Schrei gehört, dann war es totenstill", erzählt die Anrainerin Veronika Bauer (48), selbst vierfache Mutter: "Ich bin zu den Verletzten gelaufen, habe den Kopf des Buben gehalten und immer wieder gesagt: 'Schnauf, Bua, schnauf!'" Die Frau und ihre 13-jährige Tochter erlagen noch am Unfallort ihren schweren Verletzungen. Der schwer verletzte Vater und sein Sohn wurden mit dem ÖAMTC-Hubschrauber ins Spital geflogen. Der Mann erfuhr im Krankenhaus vom Tod seiner Frau und seiner Tochter, nun zittert er um das Leben seines Sohnes. 

Indessen ließ die Staatsanwaltschaft den Unglücksrennwagen und die Bordkamera sicherstellen. Die Einvernahme des Unglückslenkers, der psychologisch betreut werden musste, war am Montag noch im Gange, der Spenglerei-Inhaber wollte aber laut Gerüchten erst gar nicht am Bergrennen teilnehmen, weil kurz zuvor einer seiner Mitarbeiter von einem Dach tödlich abgestürzt sein soll. Ernst Z. habe sich dann aber überreden lassen, um auf andere Gedanken zu kommen.

von Johannes Haginger, Markus Schütz (Kronen Zeitung) und krone.at

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