Drogen verabreicht

Haftbefehl gegen Berliner Drogen-Arzt erlassen

Ausland
21.09.2009 08:51
Nach dem Drogentod zweier Therapie-Teilnehmer in Deutschland hat das Amtsgericht in Berlin am Sonntagabend Haftbefehl gegen den 50-jährigen Arzt erlassen, der den Männern die Substanzen verabreicht hatte. Der Vorwurf lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge in zwei Fällen sowie gefährliche Körperverletzung in sechs Fällen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Bei dem Mann bestehe nach nach Ansicht des Richters Fluchtgefahr.

Der 50-Jährige hatte bereits nach der Tat eingeräumt, seinen insgesamt zwölf Opfern verschiedene Substanzen und Drogen verabreicht zu haben. Dabei starben zwei Männer, ein weiterer liegt im Koma. Die anderen neun Sitzungsteilnehmer wurden mittlerweile aus den Krankenhäusern entlassen. Die Ermittler gehen von einem Kunstfehler aus.

Mit den Drogen sollte vermutlich eine Art Bewusstseinserweiterung erreicht werden. Welche Stoffe im Spiel waren, ist noch unklar. Das müsse die toxikologische Untersuchung - die Suche nach Giftstoffen und deren chemische Analyse - klären. Es könne aber einige Tage dauern, bis Ergebnisse vorliegen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Das erste Todesopfer, ein 59-jähriger Mann, war am Samstagnachmittag verstorben, ein 28-Jähriger erlag in der Nacht auf Sonntag im Krankenhaus der Vergiftung. 

LSD und Heroin verabreicht
Offenbar erhielten die Männer und Frauen verschiedene Drogen und andere Substanzen in unterschiedlicher Mischung und Menge. Nach Medienberichten waren Amphetamine und Psycho-Drogen wie LSD im Spiel. Auch Heroin war laut den Ermittlern dabei, allerdings nur in geringen Mengen. Nachdem ein Teilnehmer am Samstagnachmittag die Feuerwehr verständigte, wollten sich einige Männer und Frauen vom Notarzt nicht untersuchen lassen. Erst die Polizei beruhigte die Lage so weit, dass Ärzte und Sanitäter arbeiten konnten.

Der Arzt bot, wie aus der Aufschrift auf dem Schild an seiner Praxis hervorgeht, unter anderem eine "psycholytische Therapie" an. Eine Psycholyse sei "explizit nicht zugelassen", sagte Hans-Jochen Weidhaas von der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung. Bei der psycholytischen Therapie werden psychoaktive Substanzen verwendet. Dazu zählen auch Rauschgifte wie LSD und Pilze.

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