21.01.2018 06:00

20 Stunden pro Woche

Verpflichtende Deutschklassen ab neuem Schuljahr

Ab kommendem Schuljahr sollen Kinder mit mangelnden Sprachkenntnissen verpflichtend in eigenen Deutschklassen unterricht werden. Denn die bisherige Regelung mit der freiwilligen Förderung funktioniere einfach nicht, so das Bildungsministerium. Klar ist: Die Schulen brauchen dafür mehr Ressourcen.

Der neue Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) stellt am Montag sein Konzept zu den bereits im Regierungsprogramm angekündigten Deutschklassen vor. Erstmals soll die Sprachförderung in den Schulen verpflichtend sein, und zwar zwischen 15 und 20 Stunden pro Woche. Wer daran teilnehmen muss, wird mittels Test festgestellt.

Regelunterricht erst, wenn Deutsch ausreichend beherrscht wird
Für die betroffenen Schüler wird es einen eigenen Lehrplan geben. Sobald sie die Sprache ausreichend beherrschen, sollen sie in den Regelunterricht einsteigen. Das bisherige System mit maximal elf Stunden in sogenannten Sprachstartklassen, die nicht verpflichtend sind, habe nicht den gewünschten Erfolg gebracht, betont das Bildungsministerium. Besonders in Wien gibt es Nachholbedarf.

"Wir wollen ein klares, verbindliches System mit eigenem Lehrplan. Aber auch eines, das so kurz wie möglich ist, damit der Einstieg in den Regelunterricht so rasch wie möglich erfolgen kann", so Faßmann zum neuen Konzept.

Geplant ist das neue Modell, das es von der Volksschule bis zum Gymnasium in allen Schultypen geben soll, ab dem kommenden Schuljahr. Noch sind dafür aber nicht alle Details geklärt. Etwa wie die Tests aussehen und wie hoch die Kosten sein werden. Klar ist nur, dass die Schulen wesentlich mehr Ressourcen benötigen. Bildungsminister Heinz Faßmann jedenfalls will die Phase der separaten Deutschklassen so kurz wie möglich halten.

Doris Vettermann, Kronen Zeitung

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