27.12.2017 10:39 |

WHO-Klassifikation

Videospielsucht erstmals als Krankheit anerkannt

Voraussichtlich im Mai 2018 verabschiedet die Weltgesundheitsorganisation WHO ihre neue Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, kurz IDC. In dem weltweit anerkannten Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen enthalten sein wird dann auch erstmals die Videospielsucht.

Sie reiht sich damit unmittelbar unter die Glückspielsucht, wie aus einem bereits öffentlich einsehbaren Entwurf der neuen ICD-Version 11 hervorgeht. Videospielsucht wird demnach als "anhaltendes oder wiederkehrendes Spielverhalten", on- wie offline, gekennzeichnet, dass sich durch einen Kontrollverlust manifestiert, bis Videospiele schließlich aller negativen Folgen zum Trotz "Vorrang vor anderen Lebensinteressen und täglichen Aktivitäten“ haben.

"Gaming disorder is characterized by a pattern of persistent or recurrent gaming behaviour (‘digital gaming’ or ‘video-gaming’), which may be online (i.e., over the internet) or offline, manifested by: 1) impaired control over gaming (e.g., onset, frequency, intensity, duration, termination, context); 2) increasing priority given to gaming to the extent that gaming takes precedence over other life interests and daily activities; and 3) continuation or escalation of gaming despite the occurrence of negative consequences. The behaviour pattern is of sufficient severity to result in significant impairment in personal, family, social, educational, occupational or other important areas of functioning. The pattern of gaming behaviour may be continuous or episodic and recurrent. The gaming behaviour and other features are normally evident over a period of at least 12 months in order for a diagnosis to be assigned, although the required duration may be shortened if all diagnostic requirements are met and symptoms are severe."

"Erhebliche Beeinträchtigungen"
Das Verhaltensmuster könne kontinuierlich oder episodisch und wiederkehrend sein und sei "so schwerwiegend, dass es in persönlichen, familiären, sozialen, erzieherischen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen zu erheblichen Beeinträchtigungen kommt“, so die weitere Beschreibung der WHO.

In dieser heißt es abschließend: "Das Spielverhalten und andere Merkmale sind normalerweise über einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten sichtbar, damit eine Diagnose zugeordnet werden kann, obwohl die erforderliche Dauer verkürzt werden kann, wenn alle diagnostischen Anforderungen erfüllt sind und die Symptome schwerwiegend sind."

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