Megrahi-Freilassung

Schottische Regierung: Libyen brach Zusage

Ausland
24.08.2009 19:42
Die schottische Regierung hat Libyen vorgeworfen, sich nicht an die Zusage einer diskreten Heimkehr des entlassenen Lockerbie-Attentäters Abdel Bassit Ali Mohammed al-Megrahi (Bild) gehalten zu haben. Die libysche Regierung habe im Voraus zugesichert, dass eine Rückkehr Megrahis in sein Heimatland "auf unauffällige und sensible Art" behandelt werden würde, sagte der schottische Justizminister Kenny MacAskill am Montag in einer Sondersitzung des Parlaments in Edinburgh. Er habe die britische und die US-Regierung über die geplante Freilassung informiert, damit auch sie auf entsprechende Zusagen drängen konnten. Dennoch sei der Empfang in einer "unangebrachten Weise" abgelaufen.

MacAskill versicherte zudem, dass Megrahi nicht aus politischen oder wirtschaftlichen Beweggründen freigekommen sei, sondern einzig aus humanitären Gründen entsprechend der schottischen Gesetze. Der Minister übernahm die volle Verantwortung für die vorzeitige Haftentlassung: "Es war meine Entscheidung und einzig meine Entscheidung. Ich stehe dazu."

Am Donnerstag umjubelt empfangen
Megrahi war am Donnerstag wegen seiner Krebserkrankung vorzeitig aus der Haft entlassen worden und in Tripolis von hunderten Menschen umjubelt worden. Vor allem Angehörige der Anschlagsopfer, aber auch die britische und die US-Regierung äußerten sich empört darüber. Bei dem Anschlag im Jahr 1988 auf ein US-Linienflugzeug über dem schottischen Lockerbie waren 270 Menschen ums Leben gekommen.

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