Millionenschaden

Aufräumarbeiten nach Unwetter dauern an

Kärnten
23.08.2009 18:55
Heftige Unwetter haben am Samstagabend in weiten Teilen Kärntens erneut schwere Schäden angerichtet. Das genaue Ausmaß wurde erst bei den Aufräumarbeiten am Sonntag sichtbar: Ganze Ortsteile lagen unter Schlamm, Straßen waren unpassierbar. Die Bahnstrecke zwischen Villach und Feldkirchen musste sogar gesperrt werden. Die Schadenshöhe dürfte in die Millionen gehen.

Besonders im Raum Seeboden, Millstatt sowie in Bodensdorf und Steindorf dauerten die Aufräumarbeiten am Sonntag bis in den Nachmittag an. „Die Muren sind bis in den Ort gekommen“, so ein Polizist der Inspektion Millstatt. In einigen Gebieten hagelte es sogar, auch hier mussten die Straßen wieder freigemacht werden (siehe Bild).

Zwischen Villach und Feldkirchen musste die Bahnstrecke gesperrt werden, die Gleise waren teilweise unterspült worden. Die Züge werden auf dieser Strecke vermutlich erst Montagvormittag wieder fahren können.

Schaden geht in die Millionen
Insgesamt wurden am Samstagabend in Kärnten 170 Wehren alarmiert, 450 Einsätze wurden registriert. Der Schaden, den das Unwetter verursacht hat, dürfte in die Millionen gehen.

Schwere Unwetter zogen über ganz Kärnten
Die Unwetter zogen am Samstagabend zuerst über den Bezirk Spittal/Drau hinweg, zahlreiche Bäche traten über die Ufer, die Feuerwehren waren im Großeinsatz. Die B99 wurde zwischen Seebach und Spittal von einem Felssturz verlegt, die Sperre dauerte jedoch nur einige Stunden. Die Obermillstätter Landesstraße in der Gemeinde Seeboden wurde auf einer Länge von einem halben Kilometer vermurt.

Fotos von den Unwettereinsätzen findest du in der Infobox!

Anschließend richteten die Unwetter auch in den Bezirken Villach-Land, St. Veit/Glan, Feldkirchen und Klagenfurt-Land Schäden an. Auch in den Orten rund um den Ossiacher See standen die Feuerwehren wieder im Dauereinsatz.

Boot am Wörthersee gekentert
Am Wörthersee kenterte ein 61-jähriger Pensionist mit seinem Segelboot. Der Polizei gelang es, den Mann trotz Hagels und Starkregen mit einer Motorbootstreife ausfindig zu machen und sicher ans Ufer zu bringen. Der Urlauber war entkräftet, aber unverletzt.

Aus den Bezirken St. Veit/Glan und Völkermarkt wurden zahlreiche Überflutungen von landwirtschaftlichen Nutzflächen und Gebäuden gemeldet, einzelne Nebenstraßen wurden unterspült, es kam zu Hangrutschungen und Murenabgängen. In Grafenstein bei Klagenfurt stand eine Bahnunterführung unter Wasser, Keller wurden überschwemmt und die Feuerwehren standen im Dauereinsatz.

Brände durch Blitzschlag
Blitzschlag führte im Raum Völkermarkt zu einigen kleineren Bränden, die jedoch durchwegs rasch gelöscht werden konnten. Wie hoch der Sachschaden durch die Unwetter insgesamt ist, war vorerst nicht absehbar. Meldungen über Verletzte gab es nicht.

Mann von Mure mitgerissen
Heftige Unwetter haben bereits in der Nacht auf Samstag in Kärnten für bange Minuten gesorgt. In Bodensdorf erfasste eine Mure den Bus eines 61-Jährigen. Der Mann wollte sich in Sicherheit bringen, stürzte über eine Böschung und wurde dabei schwer verletzt.

Eine 70 Meter breite und bis zu drei Meter hohe Mure hatte sich oberhalb von Bodensdorf, im sogenannten „Klausengraben“, gelöst. Die Stein- und Geröllmassen donnerten ins Tal und begruben Wiesen und Straßen unter sich. 

Mure erfasst Bus
Gegen 21 Uhr musste daher die Gerlitzenstraße ab der Kreuzung mit der St. Josefstraße für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Noch vor der Sperre fuhr der 61-Jährige aus Bodensdorf mit seinem Bus die Straße hinauf und blieb in den Gesteinsmassen stecken. Sein Fahrzeug wurde von den Schlammmassen erfasst und zur Seite gedrückt. 

Als der Mann aus seinem Bus flüchten wollte, stürzte er rund 20 Meter über eine Böschung ab. Der 61-Jährige blieb mit schweren Verletzungen in einem Bachbett liegen. 

Lenker schwer verletzt
Bewohner aus der Umgebung schlugen Alarm. Mehrere Feuerwehren kämpften sich zur Unglücksstelle durch, fanden das Fahrzeug und konnten schließlich den verunglückten Lenker bergen. Der Schwerverletzte wurde vom Notarztteam erstversorgt und ins Landeskrankenhaus Villach gebracht. 

Mehrere Feuerwehren standen stundenlang im Einsatz, um überflutete Keller auszupumpen und Straßen und Wege vom Geröll zu befreien. Der Parkplatz des Hotels „Urbaniwirt“ in Bodensdorf stand teilweise einen halben Meter tief unter Wasser. Auch am Samstag dauerten die Aufräumarbeiten an.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Kärnten
23.08.2009 18:55
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung