Reine Notwehr?
Wirbel nach tödlichen Polizeischüssen in Slowenien
Polizeidirektor Joze Gorsek setzte eine interne Untersuchungskommission ein, die klären soll, wie es zu der Gewalteskalation bei dem vermeintlichen Routineeinsatz kommen konnte. Die Polizeipatrouille war zum Haus des 69-Jährigen gerufen worden, weil er seine Frau bedroht haben soll.
"Gekracht wie in der Silvesternacht"
Wie die Tageszeitung "Dnevnik" berichtet, handelt es sich bei dem Getöteten um einen bisher nicht polizeibekannten ehemaligen Hochschullehrer, der seit 2003 einen Waffenschein hatte. Er soll zum Tatzeitpunkt alkoholisiert gewesen sein. Augenzeugenberichten zufolge fielen im Feuergefecht zwischen ihm und der Polizei zahlreiche Schüsse. Es habe "gekracht wie in der Silvesternacht", hieß es. Beim 69-Jährigen seien noch zwei weitere Magazine für seine Neun-Millimeter-Pistole gefunden worden.
Gorsek versicherte, dass die Polizeibeamten ihre Befugnisse nicht überschritten hätten. In Slowenien dürfen Polizisten nur in Fällen von Notwehr und Nothilfe schießen und um eine Flucht nach Verbrechen zu verhindern, die mit mehr als zehn Jahren Freiheitsstrafe bedroht sind. Die Tageszeitung "Delo" warnte wegen des tödlichen Vorfalls in Ljubljana bereits vor einer "Amerikanisierung" der slowenischen Polizei. "Eine falsche Bewegung und schon schauen wir in einen Pistolenlauf oder liegen in Handschellen am Boden", kommentierte die Zeitung am Wochenende.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.