Mitten in Bagdad
Britischer Irak-Söldner erschießt Kollegen im Suff
Ein Sprecher der britischen Botschaft bestätigte, dass in der Früh ein Brite und ein Australier in der Grünen Zone erschossen wurden. Nach britischen Angaben wurden nach dem Vorfall zwei Männer von der irakischen Polizei festgenommen, die vermutlich auch für die Armor Group arbeiteten. Der irakische Armeesprecher Kassem Atta sprach allerdings von nur einem Täter.
Armeesprecher: "Sie haben viel getrunken"
Dieser, ein Brite, sei erst am Samstag im Irak eingetroffen. "Sie haben viel getrunken, und es gab einen Streit." Der Mann habe seine Waffe genommen und seine beiden Kollegen in einem Wohnanhänger erschossen. Danach sei er auf die Straße getreten und habe einem Iraker, der ebenfalls für die Armor Group arbeitet, ins Bein geschossen.
Prozess nach irakischem Recht
Sicherheitskräfte hätten den Mann schließlich umstellt und ihn zum Aufgeben gezwungen. Der Festgenommene werde nach irakischem Recht abgeurteilt, sagte Atta. Die Armor Group erklärte, sie werde bei der Aufklärung des Vorfalls mit den irakischen Behörden zusammenarbeiten. Straffällig gewordene Mitarbeiter ausländischer Sicherheitsfirmen können seit Anfang des Jahres nach irakischem Recht verurteilt werden.
Sicherheitsfirmen seit 2007 im Zwielicht
Die Arbeit der privaten Sicherheitsunternehmen war im Irak besonders 2007 in die Kritik geraten, als Mitarbeiter der US-Firma Blackwater bei der Begleitung eines diplomatischen Konvois in Bagdad das Feuer auf Zivilisten eröffneten und nach irakischen Angaben 17 Menschen töteten. Der Irak zog daraufhin den Schutz der Mitarbeiter solcher Firmen vor Strafverfolgung zurück. Blackwater beendete im Mai seine Arbeit im Irak.
Grüne Zone bereits im Mai Ort eines Verbrechens
In der besonders gesicherten Grünen Zone in Bagdad befinden sich Regierungsgebäude und ausländische Botschaften. Dort hatte sich bereits im Mai ein Verbrechen ereignet: Ein 60-jähriger US-Bürger, der im Irak eine Baufirma betrieb, wurde gefesselt und mit verbundenen Augen erstochen in seinem Auto gefunden. Fünf Mitarbeiter einer US-Sicherheitsfirma wurden des Mordes verdächtigt, mussten aber freigelassen werden. Zwei von ihnen sitzen aber weiter wegen Drogendelikten hinter Gittern.
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