Prozess-Farce
Politkowskaja: Keine neue Beweisaufnahme
Mehr zur Prozessfarce rund um den Politkowskaja-Mord findest du in der Infobox!
Neuer Richter soll entscheiden
Der neue Prozess hatte am Mittwoch mit ersten Anhörungen begonnen, nachdem das Oberste Gericht Russlands im Juni eine Wiederholung des Prozesses mit einem anderen Richter und neuen Geschworenen angeordnet hatte. Neue Ermittlungen schlossen die Obersten Richter bereits damals aus. Richter Tkatschuk setzte nun für den 7. September die Wahl neuer Geschworener an.
Kein Prozess gegen geflüchteten Mörder
Die Angeklagten sollen die Bluttat vor drei Jahren mit-organisiert haben. Als Mörder wird der Tschetschene Rustam Machmudow verdächtigt, der mit internationalem Haftbefehl gesucht wird. Da zwei Brüder Machmudows vor Gericht stehen, fordert die Politkowskaja-Familie auch, dass dem mutmaßlichen Mörder bei diesem neuen Verfahren in Abwesenheit der Prozess gemacht wird. Dies lehnt das Gericht jedoch ab.
Einflussreiche Kreise an Komplott beteiligt?
Die wegen ihrer Reportagen aus dem früheren Kriegsgebiet Tschetschenien bekannte Politkowskaja galt als scharfe Kritikerin der Kremlpolitik im Nordkaukasus. Deshalb steht der Moskauer Machtapparat bis heute bei Regierungsgegnern im Verdacht, in die Bluttat verwickelt und an einer echten Aufklärung nicht interessiert zu sein. "Ich vermute, dass es Leute gibt, die die Namen aller Schuldigen kennen - und die aber alle keine kleinen Posten innehaben", sagte der Vize-Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Nowaja Gaseta", Sergej Sokolow.
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