Der junge Mann ist heute 21 und aufgrund seiner Vorgeschichte ein psychisches Wrack. Er wirft beiden Elternteilen vor, ihn zu Pflegeeltern abgeschoben zu haben, ihn aber bei den Wochenendbesuchen seit frühester Jugend an sexuell missbraucht zu haben – gemeinsam oder auch alleine. Der Vater wurde dafür bereits zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Rechtskräftig.
Mutter: "Mein Sohn lügt"
Die 47-jährige Mutter ist sich jedoch keiner Schuld bewusst: „Mein Sohn lügt“, hat sie schon am ersten Verhandlungstag erklärt. Seine Vorwürfe seien eine Racheaktion, weil sie auf seine ständigen Geldforderungen nicht eingehen wolle.
Er sage eben, was passiert sei
Das Opfer selbst stellt das naturgemäß anders dar und hat erstaunlich freimütig über sein jahrelanges Martyrium als Kind berichtet. Er sage eben, was passiert sei, erklärte der 21-Jährige. Nicht mehr und nicht weniger.
Die Wahrheitsfindung in dem emotionalen Verfahren dauert noch an: Der Prozess am Donnerstag musste vertagt werden, Anfang September soll es dann ein Urteil gegen die Mutter geben. Ausschlaggebend dafür wird die noch ausständige Einvernahme eines Psychotherapeuten sein.
von Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"
Symbolbild
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.