"Feier" mit Bluttat

65 Verletzte bei Anschlag in Spanien

Ausland
29.07.2009 13:13
Bei einem Bombenanschlag auf eine Polizeikaserne in der nordspanischen Stadt Burgos sind am frühen Mittwochmorgen 65 Menschen verletzt worden. An dem Gebäude und an angrenzenden Häusern sei schwerer Sachschaden entstanden, teilten die Behörden mit. Eine Seitenwand der 14-stöckigen Kaserne sei fast komplett eingestürzt. Hinter dem Attentat wird die baskische Untergrundorganisation ETA vermutet, die mit der Bluttat vermutlich ihren 50. Geburtstag "feierte".

Der bis zu 200 Kilogramm schwere Sprengsatz war in einem Lieferwagen versteckt, den die Terroristen hinter der Kaserne der militarisierten Guardia Civil abgestellt hatten. Der Sprengsatz detonierte gegen 04.00 Uhr. Im Gegensatz zu früheren Anschlägen ging diesmal nach ersten Erkenntnissen kein Warnanruf der ETA ein. Dies deute darauf hin, dass die Terroristen so viel Schaden anrichten wollten wie möglich.

Es sei ein "Wunder", dass niemand getötet wurde, sagte ein Sprecher der Regionalregierung von Kastilien-Leon, wo Burgos liegt. Viele der Beamten der Kaserne und ihre Familien seien bereits in den Ferien gewesen. Die meisten Verletzten hätten Schnittwunden durch Glassplitter erlitten. 38 der Opfer wurden in ein Krankenhaus gebracht, andere wurden in einem angrenzenden Gebäude der Lokalpolizei behandelt. Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt. Durch die Wucht der Detonation gingen in der Gegend auch einige Wasserleitungen zu Bruch.

50. Jahrestag der ETA am Freitag
Das spanische Innenministerium hatte mit einem Anschlag der ETA gerechnet, weil die Organisation an diesem Freitag ihren 50. Jahrestag begeht. Sie war am 31. Juli 1959 in Bilbao (baskisch: Bilbo) gegründet worden. Die ETA hat in den vergangenen Wochen bereits mehrere Attentate verübt und am 19. Juni nahe Bilbao einen Polizeikommissar getötet.

Die ETA kämpft für einen unabhängigen Basken-Staat ist seit ihrem ersten tödlichen Anschlag 1968 für fast 850 Todesopfer verantwortlich. Sie gilt derzeit dank der Polizeierfolge der vergangenen Monate als so geschwächt wie lange nicht mehr. Erst im April war der mutmaßliche ETA-Militärchef Jurdan Martitegi in Südfrankreich festgenommen worden.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
29.07.2009 13:13
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung