"Feier" mit Bluttat
65 Verletzte bei Anschlag in Spanien
Der bis zu 200 Kilogramm schwere Sprengsatz war in einem Lieferwagen versteckt, den die Terroristen hinter der Kaserne der militarisierten Guardia Civil abgestellt hatten. Der Sprengsatz detonierte gegen 04.00 Uhr. Im Gegensatz zu früheren Anschlägen ging diesmal nach ersten Erkenntnissen kein Warnanruf der ETA ein. Dies deute darauf hin, dass die Terroristen so viel Schaden anrichten wollten wie möglich.
Es sei ein "Wunder", dass niemand getötet wurde, sagte ein Sprecher der Regionalregierung von Kastilien-Leon, wo Burgos liegt. Viele der Beamten der Kaserne und ihre Familien seien bereits in den Ferien gewesen. Die meisten Verletzten hätten Schnittwunden durch Glassplitter erlitten. 38 der Opfer wurden in ein Krankenhaus gebracht, andere wurden in einem angrenzenden Gebäude der Lokalpolizei behandelt. Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt. Durch die Wucht der Detonation gingen in der Gegend auch einige Wasserleitungen zu Bruch.
50. Jahrestag der ETA am Freitag
Das spanische Innenministerium hatte mit einem Anschlag der ETA gerechnet, weil die Organisation an diesem Freitag ihren 50. Jahrestag begeht. Sie war am 31. Juli 1959 in Bilbao (baskisch: Bilbo) gegründet worden. Die ETA hat in den vergangenen Wochen bereits mehrere Attentate verübt und am 19. Juni nahe Bilbao einen Polizeikommissar getötet.
Die ETA kämpft für einen unabhängigen Basken-Staat ist seit ihrem ersten tödlichen Anschlag 1968 für fast 850 Todesopfer verantwortlich. Sie gilt derzeit dank der Polizeierfolge der vergangenen Monate als so geschwächt wie lange nicht mehr. Erst im April war der mutmaßliche ETA-Militärchef Jurdan Martitegi in Südfrankreich festgenommen worden.
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