Die Südrumänen reagierten auf ein Stelleninserat im Internet: Eine Salzburger Bäckerei würde für ihre Grazer Filiale Arbeitskräfte suchen, Interessenten müssten rasch kommen.
410 Euro "Vermittlungsprovision"
Die vier Männer setzten sich mit der Aussicht auf einen Stundenlohn von 8,50 Euro sofort in ein Auto und trafen am Dienstag in der Landeshauptstadt ein. Dort waren bereits zwei Zimmer in einem Gasthaus für sie reserviert. Im selben Gebäude trafen die Arbeitssuchenden auch ihre weibliche Kontaktperson. Ihr händigten die Männer eine "Vermittlungsprovision" von 410 Euro aus.
Bäckerei wusste nichts von der Geschichte
Am Mittwochmorgen warteten die Rumänen aber vergebens auf den Bus, der sie zur Arbeitsstelle bringen sollte. Ohne Orts- und Sprachkenntnisse streiften sie durch die Stadt, ein ungarischer Verein nahm sich ihrer an und brachte die Sache auch zur Anzeige. Wie sich herausstelle, wusste man bei der Salzburger Bäckerei von der ganzen Geschichte nichts: Man habe gar keine Filiale in Graz und suche auch sonst keine neuen Mitarbeiter.
Polizei vermutet weitere Opfer
Neben der Provision mussten die Männer auch die Zimmer in der Gaststätte bezahlen. Die Polizei ermittelt nun auch gegen die Vermieterin und vermutet noch weitere Opfer. Durch Sprachschwierigkeiten und Angst vor der Polizei würden solche Fälle aber nur selten zur Anzeige gebracht, hieß es seitens der Exekutive.
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