Ist das gerecht?
Porsche-Chef kassiert nach Rücktritt 50 Mio. Euro
Vor Wiedekings Aus hatte es bereits heftige Diskussionen über die Höhe der Abfindung gegeben. Zeitweise standen astronomische Summen von bis zu 250 Millionen Euro im Raum. Das wäre mehr gewesen, als jemals an einen gescheiterten Manager gezahlt wurde. Der Aufsichtsrat des Sportwagenbauers überweist nun "nur" 50 Millionen Euro an Wiedeking. Die Hälfte der Summe fließt in soziale Stiftungen.
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Wer einen Blick auf die Liste der Empfänger wirft, kann jedoch leicht ins Stutzen kommen. So erhalten der Sozialfonds der Landespresse Baden-Württemberg, die Stiftung der Hamburger Presse und der Verein Kollegenhilfe niedersächsischer Journalisten je 500.000 Euro. Soll sich hier etwa das Wohlgefallen von potenziell kritischen Berichterstattern erkauft werden?
"Mildtätige Spenden" - zu Gunsten des Konzerns?
Den Löwenanteil erhält jedoch eine neu zu gründende Stiftung am Porsche-Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen. Unter Einbeziehung der Porsche-Betriebsräte soll die wohltätige Stiftung eine sozial gerechte Entwicklung an allen Porsche-Standorten unterstützen – und könnte so über Umwege auch dem Eigenzweck des Konzerns dienen.
Rücktritt soll Weg für Übernahme durch VW freimachen
Wendelin Wiedeking hatte sich in der Nacht auf Donnerstag nach mehr als 16 Jahren an der Konzernspitze zum Rücktritt entschlossen. Sein Schritt steht im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme des Porsche-Konzerns durch Volkswagen. Er wolle "einen wichtigen Beitrag zur Befriedung der Situation leisten", sagte der 56-Jährige. Mit ihm gemeinsam tritt Finanzvorstand Holger Härter ab, der 12,5 Millionen Euro Abfindung kassiert.
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Porsche wird zehnte Marke unter Volkswagen-Dach
Nach den beiden Rücktritten gilt es als sicher, dass VW den hoch verschuldeten Sportwagenbauer schrittweise übernimmt und Porsche als zehnte Marke in den VW-Konzern eingliedert. Porsche hatte sich zuvor mit der versuchten Übernahme von knapp 51 Prozent der VW-Anteile verhoben und gut zehn Milliarden Euro Schulden angehäuft.
Diese Schulden sollen nun durch eine Kapitalerhöhung von mindestens fünf Milliarden Euro sowie den Einstieg des Golfemirates Katar abgebaut werden, teilte der Porsche-Aufsichtsrat in Weissach bei Stuttgart mit. Damit ist der seit Monaten schwelende Machtkampf zwischen Porsche und Volkswagen offenbar zu Ende. Mit Porsche als Verlierer und Ex-Porsche-Boss Wiedeking als Gewinner – zumindest in finanzieller Hinsicht.
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