So ein Rennzirkus

Superstars V8 Racing

Spiele
20.07.2009 12:44
Das sanfte, gleichmäßige Dröhnen des V8 weicht einem ohrenbetäubenden Brüllen, wenn die Ampel bei Codemasters "Superstars V8 Racing" auf Grün springt und das Gaspedal bis zum Anschlag durchgedrückt wird. Eine unsichtbare Kraft drückt den Piloten unsanft in Sitz. Die nächsten Sekunden werden entscheiden, ob der Wagen als Führender in die erste Kurve einbiegt.

"Superstars V8 Racing" verspricht spannende, abwechslungsreiche Renn-Action. Bevor es an das Tunen des Wagens, der Teilnahme an der Meisterschaft oder den Versuch, eine der Herausforderungen erfolgreich zu absolvieren, geht, soll jedoch ein kurzer Abstecher auf die Rennstrecke zeigen, was in dem Spiel steckt.

Dafür gilt es zunächst den passenden fahrbaren Untersatz zu wählen. Neben Marken wie Audi und BMW stehen ein paar an ihre realen Ebenbilder angelehnte Fahrzeuge zur Verfügung. Den Fahrer bekommt man passenderweise gleich mit dazu. Nachdem man sich für eine der zehn originalgetrau nachgebauten Rennstrecken entschieden hat, kann es dann auch losgehen.

Was man zu sehen bekommt, reißt allerdings nicht zu Begeisterungstürmen hin. Von grafischer Opulenz ist die steril wirkende Optik leider weit entfernt. Dementsprechend ernüchtert lässt man dem Motor aufheulen und begibt sich auf die Einführungsrunde. Der erste Eindruck: Der Bolide lässt sich zwar recht einfach steuern, verhält sich allerdings nicht gerade sehr realistisch.

Doch vielleicht kann nach ein paar Trainingsrunden ja das hektische Renngeschehen samt Duellen gegen die anderen Fahrer die Laune wieder etwas heben. Leider verhalten sich die computergesteuerten Fahrer jedoch nicht sehr intelligent und ziehen fast immer wie auf einer Schnur gezogen ihre Runden. 

Weit ärgerlicher ist allerdings eine andere Regelung, die eigentlich vermeiden soll, dass man sich einen unfairen Vorteil verschafft. Bei einem Zusammenstoß oder einem Abstecher abseits der Strecke wird der eigene Wagen als Strafe für fünf Sekunden verlangsamt. An und für sich ist diese Idee ganz brauchbar, die Umsetzung hinkt allerdings ein wenig. Nachvollziehbar ist es jedenfalls nicht, wenn bei einem kurzen Ausritt diese Regelung in Kraft tritt, dafür bei der Nutzung einer eindeutigen Abkürzung nicht. Genauso undurchsichtig verhält es sich bei Kollisionen mit anderen Fahrzeugen.

Bei diesen Schwächen machen die Rennwochenenden oder gar die ganze Meisterschaft nur bedingt Spaß. Dafür sind die Tuningoptionen ordentlich umgesetzt worden. Es darf nach Herzenslust am Wagen geschraubt werden. Positiv sind auch die gut klingenden, satten Motorensounds, die für etwas Rennatmosphäre sorgen.

Wer möchte, kann sich zu guter Letzt auch online mit bis zu zwölf Spielern spannende Positionsduelle um den ersten Platz liefern, was durchaus unterhaltsam ist und zugleich das Problem mit der missratenen KI elegant umgeht.

Der Herausforderungsteil sorgt schließlich für etwas Abwechslung im tristen Fahreralltag. Die unterschiedlichen Aufgaben, darunter Checkpoint-Rennen, Fahrerduelle oder Spezialprüfungen, sind allesamt recht vielfältig und verlangen dem Piloten einiges ab. Darüber hinwegtäuschen, dass der Hauptpart des Spiels sehr dürftig ausgefallen ist, können sie aber nicht.

Fazit: "Superstars V8 Racing" wäre gerne eine Simulation, spielt sich jedoch eher wie ein Arcade-Racer. Die technisch nur mittelmäßige Umsetzung, die von der Qualität eines "Forza" meilenweit entfernt ist, wird daher nur bei Rennspielfans, die alle anderen Titel bereits durchgespielt haben und etwas für ihren Zeitvertreib suchen, für etwas Kurzweil sorgen. Alle anderen finden genügend Konkurrenzprodukte auf dem Markt, die besser gelungen sind, jedoch vor allem mehr und somit auch lang anhaltenden Spielspaß bieten.

Plattform: Xbox 360 (getestet), PS3, PC 
Publisher: Codemasters
krone.at-Wertung: 6/10

von Harald Kaplan

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