Um 13 Uhr hatte sich der farbenfrohe Zug mit insgesamt 53 Gruppen am Stadtpark in Bewegung gesetzt, um über Schwedenplatz, Universität und Rathausplatz zum Schwarzenbergplatz zu ziehen. Ab 17 Uhr heizten den Teilnehmern dort Stars wie Lutricia McNeal oder die österreichische Chanteuse Valerie kräftig ein.
Weitere Bilder von der schrillen Parade findest du in der Infobox!
Gleich mit zwei Wagen vertreten war heuer die SPÖ: Im offenen Oldtimer fanden sich prominente Parteigänger wie Rathausklubchef Siegi Lindenmayr oder die Mariahilfer Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann, die sich einst gefreut hatte, im "schwulsten Bezirk Wiens" Chefin zu sein. Dahinter fuhr der Oldtimerbus der SoHo mit der Forderung nach der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben.
Alfons Haider war auch dabei - wenn auch nicht ganz vorne
Auch Showstar Alfons Haider marschierte im Pulk der feiernden Demonstranten mit. Ganz vorne auf dem ersten Wagen als Anheizer wolle er jedoch nicht mehr stehen, betonte er: "Man muss nicht überall mit dabei sein." Er sei aber zuversichtlich, dass die Regierung Faymann-Pröll heuer endlich ein Lebenspartnerschaftsgesetz für gleichgeschlechtliche Beziehungen auf den Weg bringen werde - eine Forderung, die er voll unterstütze: "Wir sind ja nicht Albanien - das muss doch endlich möglich sein."
Hermes Phettberg im Velotaxi
Bereits zum 14. Mal dabei war wieder Hermes Phettberg, wenn auch nicht mehr im Fiaker, sondern im Velotaxi. Das Mitführen eines Pferdes ist heuer aus Sicherheitsgründen verboten - was das Wiener Original Phettberg bedauert, wie er unterstrich. Die obligatorische "Neue Zürcher Zeitung" darf jedoch auch im Fahrradtaxi nicht fehlen.
Immer schon pferdelos unterwegs waren die Vertreter der Sadomasochismus-Initiative. Hier wird der Wagen - ungeachtet der heißen Temperaturen - von einem Gespann aus sechs lackgewandeten "Sklaven" gezogen.
Regenbogenparade als Anziehungspunkt
Lediglich mit Handwagen hatten sich die Vertreter des "Mostviertels andersrum" auf den Weg nach Wien gemacht. Und auch abgesehen vom Mostviertel wird die Parade immer mehr zum österreichweiten Event, zumal auch die Grazer Szene eine Gruppe entsandt hatte und sogar zwei Budapester Truppen gesichtet wurden.
Die Grünen feierten mit einem bunten Rolling-Stonewall-Wagen 40 Jahre des ersten großen Schwulenaufstandes in New York. Ihr eigenes Jubiläum beging dagegen der Organisator, die Homosexuelle Initiative (Hosi) Wien. Deren Wagen trug das Motto "Hosi: Seit 30 Jahren ein Schlager". Passend dazu gaben die beiden "Autonomen Trutschn" für die Umstehenden ein Schlagerseminar vom Lkw aus.
Zwei runde Jubiläen
"Die diesjährige Regenbogenparade steht ganz im Zeichen zweier runder Jubiläen", so Christian Högl, Obmann der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien an, die das Spektakel bereits zum siebten Mal organisiert. "Jenes denkwürdige Ereignis, auf das die Gay-Pride-Paraden in aller Welt zurückgehen, der sogenannte Stonewall-Aufstand, jährt sich zum 40. Mal: Im Juni 1969 hatten sich Homo- und Transsexuelle bei einer Razzia in der Stonewall-Bar in der New Yorker Christopher Street erstmals mutig gegen Polizeiwillkür zur Wehr gesetzt. Das zweite runde Jubiläen betrifft die HOSI Wien selbst: Der erste Lesben- und Schwulenverband Österreichs feiert heuer seinen 30. Geburtstag."
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