Austragungsort dieser Duelle ist die Super Bike Weltmeisterschaft, in der straßenzugelassene Sportmaschinen namhafter Hersteller wie Ducati, Aprilia, Honda, Kawasaki, Yamaha, Suzuki oder BMW mit 1.000 cm³ über die Rennstrecken dieser Welt brausen.
Mit dem Brausen müssen sich allerdings selbst versierte Spieler diverser Racer gedulden, denn der Umstieg auf zwei Räder erweist sich als alles andere als einfach, wie die ersten Meter auf dem Superbike zeigen. Solange es geradeaus geht, läuft alles prima, aber schon bei der ersten engeren Kurve beginnen die Schwierigkeiten, die mit einem nicht sehr eleganten Abflug ins Kiesbett enden. Derart geläutert, stehen dann doch einige Trainingsrunden an, um ein Gefühl für das gänzlich andere Ansprechverhalten der Bikes im Vergleich zu den vierrädrigen Gefährten zu bekommen.
"SBK 2009" stellt dem Anfänger hierzu einige nützliche Fahrhilfen zur Verfügung, dank derer schneller erste, wenn auch noch recht langsame, fehlerfreie Runden gelingen. Hat man sich dank eifrigen Übens endlich die notwendige Fahrsicherheit angeeignet, wartet schon die nächste Hürde in Form anderer Fahrer. Das Fahren auf der Ideallinie ist nun nur mehr bedingt möglich und auch die richtigen Punkte für ein relativ gefahrloses Überholen müssen erst gefunden werden. Aufgrund der gelungen KI, welche die Gegner ab und an Fehler machen lässt, lassen erste Überhol- und Erfolgserlebnisse jedoch nicht lange auf sich warten.
Profis können natürlich alle Hilfen abschalten und einen möglichst hohen Realitätsgrad einstellen. Zudem darf mit Vergnügen selbst Hand an die eigene Maschine gelegt werden, um durch fleißiges Nachjustieren noch ein paar Hundertstel und Zehntel aus dem Ofen herauszuquetschen. Anfänger sollten davon allerdings tunlichst die Finger lassen, außer sie möchten das Schadensmodell bewundern, wenn das Bike abfliegt und den Fahrer unsanft vom Sattel wirft.
Wer sich reif für höhere Aufgaben fühlt, wird mit der Absolvierung einer ganzen Weltmeisterschaftssaison genügend zu tun bekommen, stehen neben den Rennen doch Qualifying und Warm-up an. Auf ersteres kann zwar auch verzichtet werden, doch wer möchte schon gerne vom letzten Startplatz aus ins Rennen gehen? Online darf natürlich ebenfalls um den Sieg gefahren werden. Die implementierte Ranglistenfunktion fördert die Motivation und lenkt ein wenig davon ab, dass der Multiplayer-Umfang etwas gering ausgefallen ist.
An der audiovisuellen Präsentation des Spiels gibt es kaum etwas zu mäkeln. Die vorhandene Lizenz sorgt zusätzlich zu den satten Motorensounds für eine annähernd realistische Rennatmosphäre. Abzüge gibt es allerdings für die Umgebungsgrafik: Diese fällt im Geschwindigkeitsrausch zwar normalerweise nicht sonderlich auf, aber so traurig wie sie teilweise in "SBK 2009" ist, hätte sie dann doch nicht sein müssen. Im Renngeschehen selbst nervt die nicht ganz akkurate Kollisionsabfrage ein wenig, die hie und da für unerklärliche Stürze sorgt.
Fazit: "SBK 2009" bietet vor allem Neulingen satten Spielspaß, denn im Vergleich zum Vorgänger helfen diverse Einstiegshilfen, nicht gleich vor lauter Frust das Spiel wieder in die Ecke zu pfeffern. Profis bleiben als Kaufanreiz eigentlich fast nur die Daten der aktuellen Saison als Neuerung. Das ist recht wenig, aber für richtige Fans nicht unerheblich. Dieses zwiespältige Bild zieht sich fast durchgängig durch das ganze Spiel. Da wären etwa einerseits die gelungenen Motorräder mit Schadensmodell und andererseits matschige Hintergrundtexturen. "SBK 2009" ist somit zwar nicht herausragend, jedoch durchaus ein gut gemachtes Rennspiel.
Plattform: Xbox 360 (getestet), PS3, PS2, PSP, PC
Publisher: Codemasters
krone.at-Wertung: 8/10
von Harald Kaplan
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