"Sarko" in der Kritik

Präfekten wegen Schwiegereltern versetzt?

Ausland
16.06.2009 16:40
Hat er oder hat er nicht? Wegen eines simplen Streits um einen Kanalanschluss steht Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy im Verdacht, im Interesse seiner Schwiegerfamilie den Präfekten des Verwaltungsgebietes an der Côte d'Azur versetzt zu haben, berichtet die Internetseite Mediapart. Der Präsident habe sich darüber geärgert, dass das luxuriöse Anwesen der Familie Bruni-Tedeschi noch immer nicht an die Kanalisation angeschlossen worden sei; deshalb habe er den Präfekten "per Dekret" versetzen lassen, ohne dass es einen triftigen Grund dafür gebe.

Frankreichs Innenministerin Michèle Alliot-Marie bezeichnete den Vorwurf am Montagabend als "Hirngespinst". Dass der Präfekt Jacques Laisné versetzt werde, sei "nicht im Geringsten eine Strafe", sagte sie im Radiosender France Info. Der Verwaltungsbeamte kehre vielmehr an seine ursprüngliche Beschäftigungsstelle zurück, den Rechnungshof.

Keine Stellungnahme des Präfekten
Der Pressedienst des Präfekten wollte sich auf Anfrage nicht zu der Versetzung äußern. Das Amt habe "mit den staatlichen Stellen und den Miteigentümern zusammengearbeitet und versucht, eine Lösung für die Verwirklichung des Kanalanschlusses in Cap Nègre zu finden", erklärte das Büro lediglich.

Sarkozy bereits wiederholt vor Ort
Der Familie der französischen Präsidentengattin Carla Bruni-Sarkozy gehört ein weitläufiges Anwesen in der Nähe von Toulon an der Mittelmeerküste. Der Staatschef habe sich dort im vergangenen Jahr sogar selbst zu einer Eigentümerversammlung eingeladen, um Druck wegen der Kanalisation machen zu können, berichtete Mediapart.

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