Spiel mit dem Feuer
Nordkorea will waffenfähiges Plutonium herstellen
Nur wenige Minuten vor Nordkoreas neuer Drohgebärde hatte das Nachbarland Südkorea die neue Resolution des Weltsicherheitsrats zum jüngsten Atomtest im Nachbarland Nordkorea nachdrücklich begrüßt. Das Vorgehen spiegle den "gemeinsamen und entschiedenen Willen" des Sicherheitsrats wider, Nordkoreas Nuklearaktivitäten und Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen zu unterbinden, hieß es am Samstag in einer Erklärung des Außenministeriums in Seoul.
"Klare und eindeutige" Botschaft
Seoul rufe Nordkorea auf, diese "klare und eindeutige" Botschaft der internationalen Gemeinschaft zu akzeptieren. Nordkorea solle sein Atomprogramm vollständig abbauen und sämtliche Aktivitäten im Zusammenhang mit seinem Programm für ballistische Raketen einstellen. Südkorea hatte in den vergangenen zwei Wochen an den schwierigen Verhandlungen zwischen den fünf Vetomächten USA, China, Russland, Frankreich, Großbritannien sowie Japan über die neue Resolution gegen Nordkorea teilgenommen. Südkorea selbst ist nicht Mitglied des UN-Sicherheitsrats.
Mit dem Beschluss reagierte die UN auf den zweiten Atomtest Nordkoreas am 25. Mai und weitere Provokationen, die zugleich "aufs Schärfste" verurteilt wurden. Durch die neue Resolution 1874 werden die bereits 2006 nach dem ersten Atomtest verhängten Sanktionen gegen Nordkorea ausgeweitet.
Angst vor neuem Atomtest
In Südkorea und anderen Ländern in der Region wird befürchtet, dass Nordkorea als Antwort auf die Resolution neue Raketentests und möglicherweise einen weiteren Atomtest unternehmen könnte. Das kommunistische Land hatte Ende Mai für den Fall von Strafen der UN für den zweiten Atomtest damit gedroht, weitere Maßnahmen zur "Selbstverteidigung" zu ergreifen. Mit der neuesten Drohung scheinen die Weichen in diese Richtung gesetzt zu sein.
USA wollen Sanktionen konsequent umsetzen
US-Außenministerin Hillary Clinton kündigte unterdessen an, die vom UNO-Sicherheitsrat beschlossenen Sanktionen gegen Nordkorea entschlossen umzusetzen. "Die anhaltenden Provokationen Nordkoreas sind zutiefst bedauerlich und wurden nun von allen verurteilt", sagte sie während eines Besuches in Kanada. Der kommunistische Staat sei mit der Einigung im Sicherheitsrat noch weiter isoliert worden.
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