Barbarischer Mord

“Blutbad-Orgie”: Lebenslange Haft für zwei Briten

Ausland
05.06.2009 07:15
Zwei Briten sind wegen der grausamen Ermordung zweier französischer Elite-Studenten am Donnerstag zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Londoner Richter verdoppelte die übliche Haftdauer wegen des "barbarischen" Verbrechens auf mindestens 35 beziehungsweise 40 Jahre. Die Täter, die unter Drogeneinfluss gestanden waren, hatten die beiden 23-jährigen Franzosen vor knapp einem Jahr stundenlang gefoltert, rund 250 Mal auf ihre Opfer eingestochen und die entstellten Leichen angezündet, um Spuren zu verwischen.

Die Biochemie-Studenten Gabriel Ferez und Laurent Bonomo waren Ende Juni vergangenen Jahres in Bonomos Wohnung (siehe Bild) tot aufgefunden worden. Auf die Opfer sei "wie in einem Anfall von Wahnsinn" eingestochen worden, hieß es. Eine der Leichen wies fast 200, die andere etwa 50 Messerstiche auf. Offenbar wollten die Täter an das Geld ihrer Opfer herankommen. Den Ermittlern zufolge verlangten sie die Herausgabe der PIN-Nummern. Vermutlich wurden die beiden Franzosen getötet, nachdem der Versuch, Geld abzuheben, gescheitert war.

"Nie mehr aus dem Gefängnis lassen"
Die Anklage sprach von einer "Blutbad-Orgie". Der britische Justizminister Jack Straw verurteilte das Verbrechen als "abscheulichsten, sadistischsten und willkürlichsten Mord". Der Vater eines Opfers drückte nach dem Urteilsspruch seine Enttäuschung über die geringe Haftstrafe aus. Beide Täter seien "Tiere"; man sollte sie "nie mehr aus dem Gefängnis lassen".

Täter bei Urteilsverkündung gleichgültig
Die 23 und 33 Jahre alten Täter würden es ihrem jungen Alter verdanken, dass sie am Ende ihres Lebens noch einmal freikommen könnten, sagte Richter John Saunders. "Das ist das schlimmste Verbrechen, über das ich bisher urteilen musste und leider kann ich keine Bestrafung veranlassen, die den Familien Trost gibt." 60 Jahre Haft für den jüngeren Täter "wären eine grausame Strafe, obwohl es für solch ein grausames Verbrechen gerechtfertigt sein könnte". Der jüngere, vorbestrafte Täter schaute bei der Urteilsverkündung zu den Eltern der Opfer hinüber und zuckte mit den Achseln.

Behördenpannen ermöglichten Tat erst
Dem Mord gingen Pannen bei den Behörden voraus. Einer der Täter sollte den Rest einer früheren Haftstrafe absitzen. Weil die Anträge bei Haftantritt nicht vorlagen, kam der 23-Jährige vorübergehend wieder frei und war für einen späteren Zeitpunkt vorgeladen. In diesem Zeitraum wurden die Studenten ermordet. Sie standen kurz vor dem Abschluss von Forschungsarbeiten an der Elite-Universität Imperial College. Bonomos Mutter warf den Behörden vor, ihr Sohn könnte noch am Leben sein, wenn sie ihre Arbeit ordentlich gemacht hätten.

Als Konsequenz aus der Behörden-Panne sollen in den nächsten zwei Jahren 100 neue Bewährungshelfer in London eingestellt werden. Der Leiter der Londoner Abteilung nahm bereits seinen Hut. Er begründete die Panne mit einer extrem hohen Belastung seiner Mitarbeiter.

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