Schauprozess
Zwangsarbeit für US-Journalistinnen in Nordkorea
Ausland
04.06.2009 09:36
Eine Verurteilung zu langjähriger Zwangsarbeit droht zwei US-Journalistinnen, die in Nordkorea festgenommen wurden. Das stalinistische Regime wirft den Medienvertreterinnen vor, auf illegalem Weg und in feindlicher Absicht in das Land eingedrungen zu sein. Das Verfahren wird der Nachrichtenagentur KCNA zufolge seit Donnerstag vor einem der höchsten Gerichte des Landes verhandelt.
Die Journalistinnen Euna Lee (Bild links) und Laura Ling (rechts) arbeiten für den Internet-Sender Current TV, der vom früheren US-Vizepräsidenten Al Gore gegründet wurde. Sie wurden im März während Dreharbeiten an einem Grenzfluss zwischen China und Nordkorea festgenommen. Die Regierung in Pjöngjang erklärte, die Frauen hätten dabei nordkoreanischen Boden betreten.
Beobachtern zufolge muss nun von einer Verurteilung zu langjähriger Zwangsarbeit ausgegangen werden. Die Führung in Pjöngjang werde den Fall nutzen, um ihren Druck auf die USA zu erhöhen, hieß es. Nordkorea hatte mit einem zweiten Atombombentest sowie dem Abschuss mehrerer Raketen zuletzt den Konflikt um sein Atomprogramm verschärft (siehe Infobox).
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