Justiz-Farce
Urteil gegen Suu Kyi erneut verschoben
Suu Kyi (63) ist angeklagt, die Auflagen ihres Hausarrests verletzt zu haben. Der Arrest wäre sonst Ende Mai nach sechs Jahren abgelaufen. Bei der Klage geht es um den mysteriösen Besuch eines Amerikaners John Yettaw, der durch einen See zu ihrem schwer bewachten Haus geschwommen war.
Bis zu fünf Jahre Haft drohen
Yettaw ist ebenfalls angeklagt. Er sagte aus, er sei von Wachen gesehen worden, doch hätten die ihn nicht aufgehalten. Exil-Burmesen argwöhnen, dass die Militärbehörden den Zwischenfall ausschlachten, um Suu Kyi aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Ihr drohen fünf Jahre Haft. Die Junta wolle die populäre Oppositionsführerin, die die letzten Wahlen 1990 haushoch gewann, mundtot machen. Das Militärregime hatte das Wahlergebnis nie anerkannt.
Die Anklage hatte 14 Zeugen geladen, vor allem Polizisten, die Yettaw festnahmen und Suu Kyis Haus durchsuchten. Von Suu Kyis Seite wurde zunächst nur ein einziger Zeuge zugelassen: ihr Anwalt.
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