Mi, 20. Juni 2018

Mord in NÖ

22.05.2009 22:57

Mann in Fußgängerzone regelrecht hingerichtet

Im Zuge eines Streits um eine Geldschuld ist es in der Nacht auf Freitag in der Wiener Neustädter Fußgängerzone zu einem kaltblütigen Mord auf offener Straße gekommen: Die Auseinandersetzung zwischen zwei türkischstämmigen Männern begann kurz vor Mitternacht in einem Lokal in der Innenstadt und verlagerte sich dann nach Angaben der Polizei ins Freie. Dort zog der jüngere der beiden dann einen Revolver und schoss vier Mal auf seinen Kontrahenten. Für das Opfer (47) kam jede Hilfe zu spät, der mutmaßliche Schütze (36) wurde von Beamten einer Polizeistreife umgehend festgenommen.

Am Tatort in der Herrengasse seien "mindestens 15 Personen" gewesen, berichtete Oberst Franz Polzer, Leiter der Kriminalabteilung NÖ. Es habe sich um Freunde und Bekannte der Kontrahenten ebenso wie um Fremde gehandelt. Letzte Zeugenbefragungen sind derzeit noch im Gang. Es gebe jedoch keine weiteren Verdächtigen, so der Polizeioffizier.

"Ordnungsdienst" in Innenstadt kommt
Der Wiener Neustädter Gemeinderat hat unterdessen noch am Freitag eine Sondersitzung für den 2. Juni anberaumt. Das Thema lautet "Gemeinsames Vorgehen aller politischen Fraktionen gegen Gewaltdelikte in der Innenstadt", teilte der Magistrat mit. Bürgermeister Bernhard Müller (SPÖ) erinnerte daran, dass erst in der Sitzung am Mittwoch beschlossen worden sei, einen "Ordnungsdienst" einzuführen, der spätestens am 1. Juli in der City tätig sein soll. Diese Initiative habe "mehr denn je an Aktualität gewonnen".

Mehr Polizisten gefordert
Die Bluttat in der Nacht auf Freitag zeige aber auch, so Müller, dass eine Verbesserung der Situation "nur durch Unterstützung von Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) möglich sein" werde. Es müsse daher zu einer Aufstockung des Personalstandes der Wiener Neustädter Polizei kommen. In der nun anberaumten Sondersitzung des Gemeinderates solle ein "Schulterschluss aller Fraktionen" erreicht und die Innenministerin "ein für alle Mal zum Handeln" aufgefordert werden.

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