Mi, 18. Juli 2018

Peinlicher Fehler

20.05.2009 13:56

Partei zeigt Polen in Wahlspot mit falscher Grenze

Der rechtsliberalen polnischen Regierungspartei Bürgerplattform (PO) ist in ihrem ersten Fernseh-Spot vor der EU-Wahl im Juni ein peinlicher Fehler unterlaufen: Auf der Landkarte von Polen, die in dem Film gezeigt wird, fehlt im Nordwesten ein Stück des polnischen Staatsgebietes. Es sieht so aus, als ob die Region um Swinemünde (Swinoujscie) und ein Teil der Stadt Stettin (Szczecin) zu Deutschland gehörten.

"Eine Katastrophe, wir müssen das korrigieren", sagte der PO-Abgeordnete Slawomir Nitras am Mittwoch dem Fernsehsender TVN, der den Fehler als erster bemerkt hatte. Nach Auskunft der PO sei ein Grafiker für den Fauxpas verantwortlich, der sich eine zu große künstlerische Freiheit erlaubt habe. Er habe die Landkarte dem Logo der PO ähnlich machen wollen, das ein lachendes Gesicht mit den ungefähren Umrissen des polnischen Staatsgebietes zeigt.

Polen nehmen Fauxpas mit Humor
Die meisten Polen nehmen die Sache mit Humor, wie die zahllosen Kommentare im Internet zeigen. Swinemünde fehle Polen auf der Karte, aber die angeblich korrekt gezeigte Grenze "dringt dafür verdächtig weit auf deutsches Staatsgebiet vor", schreibt ein Blogger. Einige Internet-Nutzer machen der PO aber bei dieser Gelegenheit den Vorwurf der rechtskonservativen Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), die PO agiere "unterwürfig" gegenüber Deutschland.

Der erste TV-Spot der PO vor der EU-Wahl wurde von Experten dafür gelobt, dass er nicht nur den politischen Gegner angreift, sondern auch Informationen über die Kompetenzen des EU-Parlaments liefert. Die PiS setzte in ihren bisher drei Werbefilmen auf scharfe Konfrontation. Einer von ihnen warf den Regierungsmitgliedern Korruption vor. Seine Ausstrahlung wurde inzwischen von einem Gericht untersagt.

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