Mi, 15. August 2018

UNO ermittelt

14.05.2009 08:00

Kommission untersucht Mordvorwürfe

Nach den Mordvorwürfen gegen Guatemalas Präsidenten Alvaro Colom (linkes Bild) haben sich die Vereinten Nationen in den obskuren Fall eingeschaltet. Eine vor zwei Jahren eingesetzte UN-Kommission, die Korruption auf höchster Regierungsebene aufdecken soll, gab am Mittwoch bekannt, dass sich ihre Ermittler der Sache annehmen würden, weil es Zweifel an der Unabhängigkeit der guatemaltekischen Staatsanwaltschaft gebe. Die US-Botschaft bat zudem die Unterstützung des FBI an.

Colom sieht sich mit Rücktrittsforderungen konfrontiert, weil er in den Tod eines Anwalts verwickelt sein soll. Besondere Brisanz erhält der Fall durch eine Videobotschaft, in dem das Mordopfer Rodrigo Rosenberg seinen Tod vorausahnt und dafür den Präsidenten persönlich verantwortlich macht. Zudem berichtet der Anwalt in dem Video über einen Geldwäschering, in dem neben Colom auch dessen Ehefrau und persönliche Sekretärin verwickelt sein sollen. Colom bezeichnete das Video als eine Fälschung und wies die Anschuldigungen zurück.

Anwalt in Vorort der Hauptstadt erschossen
Der Anwalt Rosenberg war am Wochenende in einem Vorort der Hauptstadt erschossen worden. Er vertrat einen berühmten Geschäftsmann, der über Beweise für eine Zusammenarbeit der Regierung Colom mit dem organisierten Verbrechen verfügt haben soll. Der Mandant wurde bereits vor einigen Wochen getötet.

Seit seiner Amtsübernahme im Jänner 2008 hat Colom kaum Erfolge im Kampf gegen die Drogenkartelle und Straßenbanden in Guatemala erzielt. Vielerorts arbeiten Polizisten, Richter und Politiker mit dem organisierten Verbrechen zusammen. Da die Korruption fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens durchdrungen hat, sprechen Beobachter im Fall Guatemalas immer öfter von einem "gescheiterten Staat".

Das Video mit den brisanten Aussagen des Mordopfers Rodrigo Rosenbergs (auf spanisch), das auf der Homepage der spanischen Zeitung "El Pais" zu sehen ist, findest du in der Infobox.

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