Taliban-Erstarken

Entwicklung in Pakistan bereitet den USA Sorgen

Ausland
24.04.2009 21:49
Die USA zeigen sich zunehmend besorgt wegen des Vormarschs der Taliban in Pakistan. "Die Nachrichten der vergangenen Tage waren sehr beunruhigend", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, am Donnerstag (Ortszeit). Präsident Barack Obama widme diesem Thema "eine Menge Zeit", erklärte Gibbs. Wie die "Washington Post" in ihrer Freitag-Ausgabe berichtete, hatte Verteidigungsminister Robert Gates zuvor eine scharfe Warnung an die Regierung in Islamabad gerichtet. Die Präsidenten Pakistans und Afghanistans, Asif Ali Zardari und Hamid Karzai, sollen Anfang Mai nach Washington kommen.

Die Stabilität Pakistans sei entscheidend für die Beziehungen der USA zu der Regierung in Islamabad, warnte Gates laut dem Blatt bei einem Truppenbesuch am Donnerstag. "Einige" pakistanische Politiker hätten dies erkannt, es sei aber auch wichtig, angemessene Schritte zu unternehmen. 

Clinton warnt Pakistan vor Kapitulation
Außenministerin Hillary Clinton hatte der Führung in Islamabad in einer Kongressanhörung vorgeworfen, praktisch vor den Taliban zu kapitulieren. Sie sprach von einer "existenziellen Bedrohung". Der Westen befürchtet immer mehr, dass islamistische Gruppen in Pakistan die Oberhand gewinnen könnten. Die Stabilisierung Pakistans ist zentraler Bestandteil der neuen US-Politik in der Region. 

Taliban-Machtbasis im Swat-Tal
Die Einführung des islamischen Rechts im pakistanischen Swat-Tal, mit der Präsident Zardari zuletzt eine zentrale Taliban-Forderung erfüllt hatte, wird von den USA missbilligt. Seit dem Friedensvertrag zwischen der pakistanischen Regierung und den Taliban im Swat-Tal dehnen die islamistischen Milizen ihren Einfluss in der Region aus. Sie bezogen zwischenzeitlich auch Stellung in dem an Swat angrenzenden Verwaltungsdistrikt Buner, der nur rund 100 Kilometer von der Hauptstadt Islamabad entfernt liegt.

Paramilitärs sollen Lage beruhigen
Darauf reagierte Pakistans Regierung nun mit der Entsendung von paramilitärischen Truppen, die in mehreren Polizeirevieren Stellung bezogen. Die zunächst mehr als 100 von der Regierung der Nordwestprovinz entsandten Paramilitärs sollen dazu beitragen, Angriffe der Islamisten zu verhindern, teilte ein Polizeioffizier des Buner-Bezirks am Freitag mit. Diese Strategie scheint auch tatsächlich aufzugehen: Die Taliban-Einheiten zogen sich inzwischen wieder zurück.

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