Gigantische Summe

Über 4 Billionen Dollar Verluste in Finanzkrise?

Ausland
22.04.2009 10:32
Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt die weltweiten Verluste der Finanzwirtschaft in der Krise auf mehr als 4 Billionen Dollar (3 Billionen Euro). Demnach erhöhen sich die Abschreibungen von Banken und anderen Finanzinstituten auf Ramschpapiere und faule Kredite bis Ende 2010 dramatisch, wie es im jüngsten IWF-Bericht zur Stabilität der Finanzmärkte heißt. Es dürften beinahe doppelt so viel sein als bisher angenommen. Zwei Drittel der erwarteten Abschreibungen entfielen dabei auf Banken, der Rest auf Versicherer und Pensionsfonds.

Die Schätzungen umfassen laut IWF Vermögenswerte aus den USA, Europa und Japan. Die Verluste alleine durch US-Papiere und Kredite bezifferte der Weltwährungsfonds auf 2,7 Billionen Dollar, rund 500 Milliarden mehr als noch im Jänner. Aus Europa stammende Ramschpapiere und Darlehen könnten Abschreibungen in Höhe von 1,2 Billionen Dollar nach sich ziehen. Bisher hatte der IWF nur Vermögenswerte aus den USA betrachtet.

Appell zur Säuberung der Bankbilanzen 
Zugleich rief der IWF die Regierungen auf, mehr zur Bereinigung der Bankbilanzen von sogenannten Giftpapieren zu tun. Solange dies nicht geschieht und nicht, wo nötig, durch Umstrukturierungen und frisches Kapital begleitet wird, werden die Probleme der Banken die Wirtschaft weiter belasten. Laut der Wirtschaftsagentur Bloomberg veröffentlichten Finanzinstitute bis zum Anfang des Monats Verluste und Abschreibungen durch Giftpapiere über rund 1,3 Billionen Dollar.

Noch kein Ende der Finanzkrise in Sicht
Der IWF hält die weltweite Finanzkrise trotz einzelner Anzeichen für eine Stabilisierung für noch lange nicht überwunden. Die dramatische Situation habe sich verbreitert, die Lage bleibe gespannt. Die Kreditvergabe wachse immer weniger und werde in einigen Regionen, wie den USA und der Euro-Zone, in naher Zukunft sinken. Zudem werde sie sich wohl auch erst nach einigen Jahren wieder ganz erholen. 

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