34,7 Prozent Plus

Zahl der Asyl-Anträge massiv gestiegen

Österreich
16.04.2009 11:06
Die Zahl der Asylanträge ist heuer massiv angestiegen. Im ersten Quartal 2009 wurden 3.788 entsprechende Ansuchen gestellt. Das ist ein Plus von 34,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2.812). Die meisten Anträge kamen heuer von Bürgern der Russischen Föderation (874). Platz zwei nehmen die Afghanen ein (498), auf Rang drei folgen Bürger des Kosovo (336) vor jenen Serbiens (234). Letztmals war der Wert für die Periode Jänner bis März im Jahr 2005 höher gelegen. Damals wurden rund 4.200 Anträge eingebracht.

Derzeit die besten Chancen auf Asyl haben Iraner, die eine deutlich höhere Anerkennungs- als Ablehnungsrate vorweisen (46:19 Prozent). Ebenfalls noch im Plus sind Afghanen, deutlich weniger Hoffnungen auf Asyl als in früheren Jahren dürfen sich Tschetschenen machen. Von den Anträgen von Asylwerbern aus der Russischen Föderation wurden zuletzt nur noch 28 Prozent anerkannt, hingegen 58 Prozent negativ beschieden.

Noch über 30.000 Verfahren offen
Insgesamt wurden heuer im ersten Quartal 4.557 Fälle rechtskräftig erledigt. 2.938 davon oder 64 Prozent ergaben einen negativen Bescheid. Nur 14 Prozent der Fälle wurden positiv erledigt. Die übrigen Fälle sind Verfahrenseinstellungen und ähnliches. Offen sind derzeit insgesamt noch über 30.000 Verfahren.

Auffällig sind die Rückgänge der Anerkennungsraten in der zweiten Instanz. Diese lag 2009 bei gerade einmal 9,9 Prozent. Beide Instanzen zusammengerechnet betrug der Wert 18,3 Prozent. Noch im Vorjahr waren laut UNHCR in der ersten Instanz 21,2 Prozent der Anträge positiv beschieden worden, insgesamt lag die Anerkennungsquote bei 32 Prozent.

Viertes Erstaufnahmezentrum geplant
Relativ gut gefüllt sind derzeit auch die Erstaufnahmezentren. Immerhin wird in Traiskirchen die kritische Zahl von 1.000 Bewohnern unterschritten. Mit 1. April waren in Österreichs größtem Flüchtlingsheim 897 Personen untergebracht. Thalham hatte zu diesem Zeitpunkt 148 Bewohner, Bad Kreuzen 140. In Reichenau kamen 66 Asylwerber unter. Derzeit in Planung ist ein viertes Erstaufnahmezentrum im Süden. Einen Ort dafür hat Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) bisher nicht bekanntgegeben.

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