Feuriges Inferno
21 Tote bei Brand in polnischem Obdachlosenheim
Das Feuer brach aus zunächst ungeklärter Ursache gegen 1.00 Uhr in dem von 77 obdachlosen Menschen bewohnten Haus aus. "21 Menschen sind tot", sagte Feuerwehrsprecher Pawel Fratczak. Die Zahl der Verletzten gab Fratczak mit 21 an. Zahlreiche Bewohner hätten sich noch vor dem Eintreffen der Löschfahrzeuge retten können, sagte er. Sie seien aus den Fenstern gesprungen und hätten dabei Knochenbrüche erlitten. Unter den Verletzten sei auch ein eineinhalbjähriges Kind, berichtete der Fernsehsender TVN24 unter Berufung auf einen Arzt.
"Unglaubliche Geschwindigkeit" des Feuers
Einer der Helfer, Daniel Kopalinski, sagte dem Sender auch, der Brand habe sich "mit einer unglaublichen Geschwindigkeit" ausgebreitet. "Die Feuerwehrleute mussten Kinder auffangen, die von ihren Eltern aus den Fenstern geworfen wurden", berichtete er.
Löste Zigarette eines Betrunkenen den Brand aus?
Staatsanwaltschaft und Polizei gingen unmittelbar nach dem Ende der Löscharbeiten auf die Suche nach der Brandursache. Ein Bewohner äußerte im Fernsehen die Vermutung, ein betrunkener Mitbewohner sei möglicherweise mit einer brennenden Zigarette im Mund eingeschlafen und habe so das Feuer ausgelöst. Dies sei dem Mann in der Vergangenheit schon einmal passiert. Am späten Vormittag durchsuchten Feuerwehrleute weiter die Trümmer des Heims, das in den 1970er Jahren als Wohnstätte für Arbeiter errichtet worden war.
Präsident verordnet Staatstrauer
Polens Präsident Lech Kaczynski ordnete umgehend eine Staatstrauer an. Er wollte im Laufe des Tages den Unglücksort höchstpersönlich besuchen. Ministerpräsident Donald Tusk traf bereits in Kamien Pomorski ein, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.
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