Schwere Unruhen
ASEAN-Gipfel in Thailand abgebrochen
Zuvor hatten die Demonstranten mittels Lastwagen die Zufahrtswege zum Hotel, in dem das Treffen der Außenamtschefs Japans, Hirofumi Nakasone, Chinas, Yang Jiechi, und Südkoreas, Yu Myung-hwan, stattfinden sollte, blockiert. Die Demonstranten, zumeist Anhänger des im Exil lebenden thailändischen Ex-Premiers Thaksin Shinawatra, fordern den Rücktritt von Abhisit Vejjajiva und vorgezogene Neuwahlen.
Einheimische reagierten verärgert
Das Vorgehen der mit roten Hemden oder T-Shirts bekleideten Demonstranten erregte indes den Zorn mancher Ortsansässiger in dem von zahlreichen Touristen besuchten Pattaya. Nach Angaben der Zeitung "The Nation" warfen mit schwarzen Hemden bekleidete Männer Stöcke und Wasserflaschen auf die Demonstranten, als diese sich von dem Hotel zurückzogen, wo sie der ASEAN ein Schreiben überreicht hatten, in dem sie die Gründe für ihren Protest darlegten.
"Wir sind eine demokratische Kraft"
Die Demonstranten betonten, sie hätten nicht die Absicht, den ASEAN-Gipfel zu stören, sie wollten lediglich ihre demokratischen Rechte vor den Augen der ausländischen Staatschefs wahrnehmen. "Wir sind eine demokratische Kraft, keine Thaksin-Gefolgsleute. Wir wollen unsere Präsenz zeigen", versicherte "Rothemden"-Sprecher Sean Bounpracong.
Premier zeigt sich verständnislos
Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva, dessen Rücktritt die Demonstranten fordern, zeigte völliges Unverständnis für die Proteste während des ASEAN-Gipfels. Dieser diene nicht nur allen Thais, sondern auch den anderen Völkern in der Region. Insgesamt 16 Staaten würden daran teilnehmen. Er sehe keinen Grund, die innenpolitischen Probleme hier aufs Tapet zu bringen. "Ich kann einfach nicht verstehen, warum sie Thailand angreifen, weil es der Gastgeber des Gipfels ist", meinte Abhisit.
Politiker unversehrt
Alle Politiker in Pattaya seien übrigens unversehrt, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums. Sie seien zu einem nahe gelegenen Militärflughafen gebracht worden. Als die Demonstranten den Tagungsort stürmten, hielten sich nach ihren Angaben neun Staats- und Regierungschefs in einem Hotel auf dem Konferenzgelände auf.
Eigentlich sollte der Gipfel der zehn ASEAN-Mitglieder und ihrer wichtigen Partner China, Japan, Südkorea, Australien, Neuseeland und Indien, bei dem Maßnahmen gegen die weltweite Finanzkrise im Vordergrund standen, bis Sonntag dauern.
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