Bei Verfolgungsjagd

Polizist fährt Mädchen mit Tempo 150 tot

Ausland
09.04.2009 21:47
Ein britischer Polizist ist am Mittwoch von einem Geschworenengericht schuldig gesprochen worden, weil er bei einer wilden Verfolgungsjagd im vergangenen Jahr mit weit überhöhter Geschwindigkeit ein 16-jähriges Mädchen über den Haufen gefahren hatte (starte das Video mit Klick auf den Play-Button). Die junge Britin, die am nächsten Tag den ersten Teil ihrer Abschlussprüfung an der Schule absolviert hätte, starb noch an der Unfallstelle. Das Urteil gegen den 41-jährigen Polizisten wird erst am 1. Mai verkündet.

Der tragische Unfall ereignete sich im vergangenen Mai in einer Wohngegend der nordenglischen Stadt Newcastle upon Tyne. Der Polizist John Dougal entdeckte auf einer Streifenfahrt ein verdächtiges Kennzeichen an einem Auto, das ihm kurz zuvor entgegengekommen war. Der Beamte wendete daher den Wagen und nahm ohne Blaulicht die Verfolgung auf. Innerhalb kürzester Zeit beschleunigte er sein Einsatzfahrzeug auf über 150 km/h, obwohl er in einer Tempo-50-Zone unterwegs war.

Mädchen mit Einsatzwagen überfahren
Auf einer kleinen Anhöhe lief dem 41-jährigen Polizisten die 16-jährige Hayley Adamson, die gerade mit einigen Freunden unterwegs war, direkt vor den Wagen. Durch den Aufprall wurde das Mädchen durch die Luft geschleudert und tödlich verletzt. Bei der Verhandlung gab Dougal an, dass er noch auszuweichen versuchte und sofort auf die Bremse trat, den Unfall aber nicht mehr verhindern konnte.

"Passagier im eigenen Fahrzeug"
Gordon Robertson, ein vom Gericht berufener Sachverständiger, verurteilte bei der Verhandlung das unverantwortliche Fahrverhalten von Dougal. Laut seinen Aussagen könnte er sich keinen Fall vorstellen, der eine derartige Beschleunigung in einem Wohngebiet rechtfertigen würde. Ein anderer Experte meinte, dass der 41-Jährige zum "Passagier in seinem eigenen Fahrzeug wurde" und dadurch völlig die Kontrolle über die Situation verloren habe.

Urteilsverkündung erst am 1. Mai
Nach nur 90 Minuten Beratung sprach die Jury den Polizisten schuldig, das Urteil wird aber erst am 1. Mai verkündet. Laut einem britischen Zeitungsbericht handelt es sich bei dem tragischen Unfall allerdings um keinen Einzelfall: Pro Jahr werden in Großbritannien 40 Menschen bei Unfällen getötet, in die ein Polizeiauto involviert ist.

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