"Die Zahl der Wirtschaftsprozesse nimmt stark zu", bestätigt Gernot Murko, Präsident der Anwaltskammer. "Gerade bei Kreditnehmern, die durch die Krise viel Geld verloren haben. Oft besteht der Verdacht, dass sie von den Bank- oder Anlageberatern nicht ausreichend über die Risiken informiert worden seien."
Lebensversicherung oft nichts mehr wert
Auch der Hinweis, dass ein Ausstieg aus der gewählten Kreditform oder eine Umschuldung schnellstmöglich anzuraten seien, fehle oft. "Manche stecken in Yen oder Franken und haben auf eine Lebensversicherung als Tilgungsträger für ihr Darlehen vertraut. Die ist nun vielleicht derzeit nichts mehr wert, der Schuldenstand erhöht."
Urteile mit Spannung erwartet
Viele Häuslbauer schaffen die Zinsbelastung nicht - die Banken putzen sich meist ab. Daher bleibt nur der Klagsweg: "Wir erwarten mit Spannung die ersten Urteile", so Murko, der glaubt, dass Geldinstitute oder Vermögensverwaltungen für die Schäden haftbar gemacht werden können, wenn die Kunden mangelhaft beraten worden sind.
Wie auch im Fall einer älteren Dame, die Geld für die Erben konservativ veranlagen wollte: Statt eines Sparbuchs gab's eine Risikoveranlagung, Hunderttausende sind weg. Auch sie muss nun prozessieren.
Auch in Familien wütet die Finanzkrise - wenn Angehörige etwa Hab und Gut verpfänden, um helfen zu können und dann selbst mittellos dastehen.
von Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"
Symbolbild
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