"Baum-Mord"?

Gasleitung bedroht – alte Bäume müssen weg

Niederösterreich
29.03.2009 09:23
"Baum-Mord" nennen es die einen, "notwendige Sicherheitsvorkehrung" die anderen: In Tulln sorgen geplante Rodungsarbeiten der EVN an der Donaulände für Wirbel. "Das ausgedehnte Wurzelwerk gefährdet eine internationale Gashochdruckleitung", heißt es in der Begründung. Die Stadt hat bereits Ersatzpflanzungen angekündigt.
Die Bestürzung ist groß. "Wir nehmen das mit einem weinenden Auge zur Kenntnis, schließlich sind die Bäume bis zu 30 Jahre alt", sagt VP-Vizebürgermeister Peter Eisenschenk. Aber: "Die Sicherheit geht natürlich vor."

"Nehmen uns die Schattenspender weg!"
In den kommenden Wochen werden etwa 15 Stämme im Bereich des Alpenvereins und des Wasserskiclubs entwurzelt. Dort ist man über die Aktion gar nicht glücklich: "Die nehmen uns unsere Schattenspender weg!" Anrainer und Spaziergänger, die täglich auf der Donaulände flanieren, fragen sich, ob die Rodung wirklich notwendig ist: "Hätte es da keine Alternativen gegeben?" 

Beim Energieversorger EVN ist man sich der Sache hingegen sicher. "Wir müssen handeln, bevor die Leitungen Schaden nehmen", sagt Sprecher Stefan Zach. Die neuen Bäume werden dann - nach Absprache mit Experten - jedenfalls an "sicherer" Stelle gepflanzt.

Von Thomas H. Lauber, Kronen Zeitung

Symbolfoto

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