US-Rettungsplan

Private Investoren sollen faule Kredite aufkaufen

Ausland
23.03.2009 15:32
Im Kampf gegen die Finanzkrise holt die US-Regierung private Investoren ins Boot, um faule Kredite und Wertpapiere im Wert bis zu einer Billion Dollar (rund 770 Milliarden Euro) aufzukaufen. Damit sollen die strauchelnden Banken entlastet werden. Das Finanzministerium hofft auf eine ganze Reihe von Interessenten wie Pensionsfonds oder Versicherungen. Die Finanzmärkte reagierten am Montag positiv auf das Vorhaben.

Seit dem Platzen der US-Immobilienblase 2007 sitzen Banken auf einem riesigen Berg von Altkrediten und Anleihen, die mit Hypotheken abgesichert sind. Seit der Pleite der Bank Lehman Brothers im September 2008 ist der Markt für derartige Papiere aber zusammengebrochen. Mit dem Plan soll die Kreditvergabe wieder angekurbelt werden.

Die US-Regierung hofft auf soviel Interesse von Investoren, dass 500 Milliarden Dollar (rund 385 Milliarden Euro) zusammenkommen. Bei Bedarf könnte der Plan sogar auf eine Billion Dollar ausgeweitet werden.

Kommt das Vorhaben durch den Kongress, können Banken ihre Altkredite bündeln und versteigern. Die Investoren müssten aber nur einen kleinen Teil davon direkt bezahlen, weil sie von der staatlichen Einlagensicherung FDIC und der Notenbank günstige Kredite erhalten. Das Hauptrisiko trägt der Staat.

Dow Jones legt zu
Finanzminister Timothy Geithner (Bild) schrieb im "Wall Street Journal", mit dem Programm solle die Krise schnell und effektiv sowie zu geringen Kosten für den Steuerzahler beendet werden. Erste Informationen zum Rettungsplan stellte Geithner schon am 10. Februar vor. Damals reagierten die Finanzmärkte angesichts fehlender Details und des unsicheren Auftritts des Politikers mit starken Kursverlusten. Dagegen startete der Dow Jones am Montag mit einem Plus von mehr als zwei Prozent in den Tag.

Die direkten Kosten für den Aufkauf der Papiere teilt sich die Regierung mit den Investoren. Auch der Gewinn wird geteilt. Geithner setzt auch auf private Investoren, um Preise für die faulen Wertpapiere festzulegen. Weil der Markt dafür zusammengebrochen ist, war dies bisher fast unmöglich.

Dilemma für US-Regierung
Die Regierung befand sich in einem Dilemma: Hätte sie die Papiere zu einem zu hohen Preis gekauft, wären Milliarden Steuergelder vernichtet worden. Mit einem zu niedrigen Preis hätte sie den ohnehin strauchelnden Banken noch mehr Probleme bereitet, weil sie riesige Abschreibungen zu verzeichnen hätten.

Zusätzlich zu dem Programm will der Finanzminister am Dienstag seine Pläne für die Reform des US-Bankensystems vorstellen, womit eine ähnliche Krise in Zukunft verhindert werden soll. Ein wichtiger Punkt dabei ist ein Recht der Regierung, systemrelevante Finanzinstitute übernehmen zu dürfen, wenn sie die Stabilität der Branche gefährden.

Zweites AIG-Debakel soll verhindert werden
Der Staat soll das Recht bekommen, im Notfall Zahlungen an Gläubiger eines Unternehmens zu begrenzen und Gehaltskürzungen bei Managern durchzusetzen. Damit soll ein zweiter Fall AIG verhindert werden. Bei dem Versicherungskonzern konnte die Regierung nicht entsprechend eingreifen, was für große Empörung sorgte.

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