Tragödie im Meer

Dutzende Wale an Küste Australiens verendet

Ausland
23.03.2009 09:54
In Australien ist erneut eine Gruppe von Walen und Delfinen in seichtes Wasser geraten und gestrandet. Mindestens 67 der etwa 80 Wale konnten nicht gerettet werden, die Delfine fanden dagegen den Weg zurück ins offene Meer, berichtete der Rundfunksender ABC. An dem Strand, rund 270 Kilometer südlich von Perth an der Westküste, waren am Montag Dutzende Freiwillige im Einsatz. Sie versuchten, die Tiere zurück ins Meer zu schieben. Die Umweltbehörde plant nun, die überlebenden Tiere am Dienstag auf Lastwagen in eine andere Bucht zu transportieren und auszusetzen.

Strandwanderer hatten die Tiere am frühen Montagmorgen in der Bucht von Hamelin entdeckt und Alarm geschlagen. Sofort fanden sich Dutzende Freiwillige, die versuchten, die Tiere zurück ins Meer zu schieben. "Ich habe so etwas bisher noch nie richtig gesehen, nur auf Fotos", sagte Liz Carion, die als Helferin gekommen war, im Rundfunk. "Mir kamen die Tränen. Ich dachte, einer lebte noch, weil seine Flosse sich bewegte, aber das waren nur Wellen, die das Tier ein bisschen hin- und her rollten."

Mit Lastwagen in andere Bucht
"Unsere Strategie ist es, die Tiere, die über eine Strecke von fünf bis sechs Kilometern verteilt sind, zusammen zu bringen und über Nacht in der Bucht zu halten", sagte Greg Mair, Sprecher der Umweltbehörde. "Dann sollen sie mit Lastwagen in die Flinders-Bucht gebracht und ausgesetzt werden." Wildschützer hätten die Flinders-Bucht gewählt, weil sie geschützt und weit genug von der Hamelin-Bucht entfernt sei. Es passiert immer wieder, dass Wale sich wiederholt an denselben Strand werfen.

Wieso stranden Wale und Delfine?
Wale und Delfine stranden seit Jahrhunderten. Warum die Tiere den meist tödlichen Weg ins seichte Wasser wählen, ist nach den Worten der australischen Meeresforscherin Karen Evans "eines der wunderlichsten biologischen Rätsel". Sie stellte fest, dass die Zahl der Strandungen in Südostaustralien alle zehn Jahre steigt, im Gleichschritt mit besonders starken Süd- und Westwinden. Mit den Winden würden besonders nahrungsreiche Gewässer in Küstennähe gedrückt, schrieb sie im angesehenen Online-Portal für Wissenschaftsnachrichten "ausSMC". Das locke mehr Wale an als in anderen Jahren und damit steige die Gefahr, dass Tiere stranden.

Gesellige Tiere, die beieinander bleiben wollen
"Es könnte in diesem Fall sein, dass in der Gegend ein paar Große Tümmler (Delfine) aggressiv wurden, weil alle in der gleichen Gegend auf Nahrungssuche waren", meinte Nick Gales von der australischen Antarktik-Forschung zu der jüngsten Strandung. "Sobald ein oder zwei Wale in Schwierigkeiten geraten, kommen die anderen hinterher, weil die Tiere immer zusammenbleiben wollen." Wale gelten als äußerst gesellige Tiere mit hoch entwickelten Sozialverhalten.

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