Papst in Afrika
Papst feiert Messe mit einer Million Menschen
"Ich bin nach Afrika gekommen, um diese Botschaft der Vergebung, der Hoffnung und eines neuen Lebens in Christus zu predigen", rief er vor der gewaltigen Menschenmenge aus. Die feierliche Messe unter freiem Himmel war der Höhepunkt seines dreitägigen Besuchs in Angola. Sie war aber überschattet von dem Tod zweier Mädchen, die am Vortag auf dem Weg zu einem Treffen mit dem Papst im Massengedränge zu Tode gekommen waren.
Benedikt forderte die Menschenmenge nachdrücklich auf, sich vom Materialismus nicht tyrannisieren zu lassen: "Die Gier korrumpiert das Herz, versklavt die Menschen und nimmt künftigen Generationen die Ressourcen, die sie brauchen, um eine solidarischere und gerechtere Gesellschaft aufzubauen", warnte er. Egoistisches Denken spalte die Familien und führe unweigerlich in falsche Utopien, Drogenmissbrauch und sexuelle Verantwortungslosigkeit. Dazu gehörten die Schwächung der Ehe und die Tötung unschuldigen Lebens wie bei der Abtreibung.
"Ihr seid die Zukunft"
Benedikt wandte sich dabei vor allem an die junge afrikanische Generation: "Ihr seid die Zukunftshoffnung, das Versprechen auf ein besseres Morgen." In der Menge der Gläubigen waren neben Angolanern auch Vertreter von Stämmen und Ethnien aus dem ganzen Süden Afrikas.
In Afrika sei es die Aufgabe der katholischen Kirche, der Welt ein Zeichen der Einheit zu geben, sagte Benedikt vor den Bischöfen des südlichen Afrika und der gewaltigen Menschenmenge auf der Cimangola-Ebene bei Luanda. Er würdigte das Wirken der Generationen von Missionaren, die vor 500 Jahren damit begonnen hätten, zu der menschlichen und spirituellen Entwicklung in Angola beizutragen.
Tiefe Trauer um junge Frauen
Gleich zu Beginn der Messe hatte er von seiner tiefen Trauer um die beiden jungen Frauen gesprochen. Er drückte Familien und Freunden der Toten seine Solidarität aus und betete für die 40 Verletzten. Die beiden Mädchen waren vor einer Jugendveranstaltung des Kirchenoberhaupts am Eingang des Coqueiros-Stadions zu Tode gekommen. Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone wollte am Nachmittag die Verletzten besuchen.
Im abschließenden Angelus-Gebet forderte Benedikt Angola auf, den Weg der nationalen Versöhnung fortzusetzen. Er betete in Luanda auch für ein Ende der Konflikte "in der benachbarten Region der Großen Seen".
Am Nachmittag wollte Benedikt noch katholische Gruppen treffen, die sich der Frauenförderung in Angola verschrieben haben. Am Montag reist er nach seinem sechstägigen Afrika-Besuch zurück nach Rom.
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